Vorarlberg

Corona-Gegner kündigen Ende der Demos in Bregenz an

04.02.2022 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Proteste verärgerten Wirtschaftstreibende sowie Anrainer.<span class="copyright">APA</span>
Proteste verärgerten Wirtschaftstreibende sowie Anrainer.APA

Corona-Maßnahmengegner haben am Freitag das Ende der täglichen Protestzüge durch Bregenz angekündigt.

Die Corona-Maßnahmengegner haben am Freitag das Ende der täglichen Protestzüge durch Bregenz angekündigt.

Das berichtete ­VOL.AT unter Berufung auf eine Mitteilung von Initiator Georg Palm von der Freien Bürgerpartei (FBP). Ziel der Demonstrationen, die zum Unmut von Wirtschaft und Anwohnern die Innenstadt lahmlegten, waren Verhandlungen über die Coronamaßnahmen mit Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), der sich dem aber verweigerte („Erpressungsversuch“).

Kritik an Politik.

„Diese Proteste enden heute von unserer Seite, da wir keinen weiteren Schaden in Kauf nehmen, welcher durch die Unbereitschaft zum Dialog eines Einzelnen herbeigeführt wurde. Unser Ziel war und ist es, dass unsere Gesellschaft wieder in eine Normalität zurückfindet, in welcher Spaltung und Klassifizierung von Menschen keinen Platz mehr findet“, wird Palm in dem Schreiben zitiert. Die Verantwortung für die Protestwoche liege nicht bei den Teilnehmern, „sondern alleinig in einer Politik, welche über die Menschen drüberfährt, Grund- und Freiheitsrechte übergeht und Gesetze durchsetzt, welche nicht gerechtfertigt sind“. Von der Politik zeigte sich Palm enttäuscht.

Lärm, Müll, Staus und Umsatzrückgänge

Zumindest mit ein Grund für die Kehrtwende Palms dürfte der wachsende öffentlich geäußerte Ärger von Wirtschaftstreibenden und Anrainern über die Protestmärsche sein. Der Umzug blockierte abends die viel befahrene Seestraße, was neben Lärm, Müll und Staus auch eine leere Innenstadt zur Folge hatte. Die Bregenzer Wirtschaftsgemeinschaft (Wigem) beklagte große Umsatzrückgänge. Geschäfte und Gastronomie mussten früher schließen, weil ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich war. Palm betonte, es gehe nur um ein Ende der täglichen Märsche zwischen Landhaus und Bezirkshauptmannschaft. Beim „Freitag für Freiheit“ und bei Fackelzügen wolle man weiterhin protestieren.

Verstärkte Kontrollen

Zudem begann die Polizei nach einem Vorfall am Dienstag, bei dem eine Parolen rufende Autofahrerin auf mehrere Polizisten losfuhr, mit verstärkten Kontrollen. Wurden sonst um die 20 Anzeigen ausgestellt, vor allem für Maskenverweigerer, wurden am Mittwoch 160 der 180 Teilnehmenden angezeigt. Am Donnerstag erhielten rund 239 der rund 300 Protestierenden eine Anzeige, weil sie keine Maske trugen. Ein Demonstrant, der gegen das Gebäude der Bezirkshauptmannschaft Bregenz urinierte, wurde ebenfalls angezeigt. Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen, unter anderem wegen aggressiven Verhaltens. Ein Polizeisprecher bestätigte ein nun „offensiveres Vorgehen“ bei Verstößen. Eine zunächst angekündigte Demonstration für Samstag wurde laut Exekutivangaben abgesagt.

(apa)

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