Vorarlberg

Bahnausbau in Feldkirch soll in drei Jahren beginnen

15.02.2022 • 18:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Nach dem Scheitern des S-Bahn-Projekts „Flach“ wird weiter an den Maßnahmen diesseits der Grenze geplant.

Die Liechtensteiner Volksabstimmung über das S-Bahn-Projekt „Flach“ brachte im Jahr 2020 bekanntlich ein ernüchterndes Ergebnis. 62,3 Prozent der Stimmberechtigten lehnten die finanzielle Beteiligung des Fürstentums unter den vereinbarten Voraussetzungen ab.
Der zusätzliche zweigleisige Ausbau zwischen Tisis und Nendeln und zwei neugestaltete Haltestellen in Liechtenstein fielen damit dem Sparstift zum Opfer. Österreich und die Schweiz zeigten sich enttäuscht, der Ausbau des grenzübergreifenden Nahverkehrs war damit um Jahre zurückgeworfen worden.

.

Aufrechte Pläne

Allerdings wurde auch angekündigt, die im österreichischen Verkehrsrahmenplan vorgesehenen Maßnahmen diesseits der Grenze jedenfalls umzusetzen. Darunter fällt neben der Streckensanierung auch der Bau einer ÖBB-Haltestelle in Feldkirch-Tosters, der im Rahmenplan mit 19,3 Millionen Euro budgetiert wurde.

Seitdem das Projekt „Flach“ an den Liechtensteiner Urnen beerdigt wurde, sind nun zwei Jahre ins Land gezogen, die Planungen für den Bahnstreckenausbau auf ­österreichischer Seite seien jedoch weiter im Gang, beteuert man im Verkehrsministerium in Wien:

„Aktuell laufen jetzt die Planungsarbeiten für die notwendigen Erneuerungen an der Strecke. Zudem soll der Ausbau des österreichischen Streckenabschnitts Feldkirch–Tosters realisiert und gleichzeitig Haltestellen attraktiviert und modernisiert werden.“ Dazu zähle auch die geplante Haltestelle in Tosters. Die notwendigen Vereinbarungen zur Attraktivierung der bestehenden Haltestellen würden derzeit zwischen dem Bund, dem Land, der Stadt Feldkirch und der ÖBB-Infrastruktur AG vorbereitet. Vom Land heißt es dazu, dass noch kein genauer Zeitplan für die Bauarbeiten bestehe, da man sich in der Detailplanung befinde.
„Zur Planung der Haltestellen haben seit Mitte letzten Jahres schon mehrere Planungstermine stattgefunden. Im nächsten Schritt wird eine formale Planungsvereinbarung für die Detailplanung abzuschließen sein zwischen Stadt, Land und ÖBB Infrastruktur.“ Wahrscheinlich sei eine Umsetzung der Ausbaupläne für die Jahre 2025 und 2026. „Die Haltestelle Tisis-Tosters wird an verändertem Standort neu errichtet.“

Verbesserungen geplant

Zum Programm gehört aber nicht nur der Neubau in Tosters an der Grenze zum Feldkircher Ortsteil Tisis. Zusätzlich sollen die Haltestellen in Altenstadt und Gisingen attraktiviert werden. Zu den dortigen Maßnahmen zählt die Erhöhung der Bahnsteigkanten auf 55 Zentimeter, um eine barrierefreie Nutzung der Haltestellen zu ermöglichen. Außerdem werden die Bahnsteige verlängert, damit auch größere S-Bahn-Garnituren stehen bleiben können. Daneben sind laut Büro von Verkehrslandesrat Johannes Rauch (Grüne) Maßnahmen zur Mobilitätsverknüpfung, wie die Verbesserung der Bike-and-Ride-Anlagen, geplant. Zudem soll die Ausfahrtsgeschwindigkeit aus dem Bahnhof Feldkirch erhöht werden.

Ein bisschen Liechtenstein

Nachdem die Bahnstrecke in Liechtenstein von den ÖBB betrieben wird, kommt es auch dort – trotz Volksabstimmung und im Rahmen laufender Vereinbarungen – zu einigen Verbesserungen an der Schieneninfrastruktur. Im ÖBB-Rahmenplan fänden sich jedenfalls die Mittel „für die notwendigen Erneuerungen an der Strecke auf Liechtensteiner Staatsgebiet“, heißt es vom Verkehrsministerium.
„Im Zuge der Erneuerung der Strecke sind auch Maßnahmen zur verbesserten Betriebsabwicklung vorgesehen“, ergänzt man beim Land. Dazu zählen die Errichtung eines elektronischen Stellwerks in Nendeln und die Einbindung in die Betriebsführungszentrale der ÖBB in Innsbruck.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.