Vorarlberg

Vorarlberger erhalten nach Unfällen weniger Geld

18.02.2022 • 20:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Hans Punz/APA</span>
Hans Punz/APA

Wer in Vorarlberg einen Arbeitsunfall hat, erhält im Schnitt deutlich weniger als anderswo.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) erbringt als Sozialversicherungsträger in ganz Österreich Leistungen bei Arbeitsunfällen. In ihren Spitälern werden aber auch andere Verunfallte behandelt. Dafür bezahlen die Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter Beiträge ein.

Da die Grundlage für diese Dienstgeberbeiträge mit 1,2 Prozent des Gehalts überall einheitlich ist, wäre zu erwarten, dass auch die Leistungen in allen Ländern annähernd gleich sind.
Regionale Unterschiede in den Leistungen der AUVA seien schon allein durch die bundesweit einheitliche Berechnung ausgeschlossen, betonte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des Vorarl­berger Abgeordneten Gerald Loacker (Neos). Sollte es zu Unterschieden bei den Leistungen in den einzelnen Bundesländern kommen, liege das an den unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen für ASVG-Versicherte sowie Beamte und Bauern.

Zehn Mal weniger für Behandlung

Demzufolge müsste die Anzahl an Beamten und Bauern in Vorarlberg sehr deutlich von der in anderen Bundesländern abweichen. Denn pro Versichertem bezahlt die AUVA in Vorarlberg lediglich 66 Euro an Unfallbehandlungsleistungen, in Oberösterreich sind es hingegen 718 Euro, in der Steiermark 776 Euro und in Wien gar 1007 Euro. Die Unverhältnismäßigkeit dieser Ausgaben hängt auch mit der Lage und Größe der Unfallspitäler zusammen, die von der AUVA erhalten werden.

Nur im Burgenland kommen der AUVA die Behandlungskos­ten nach Arbeitsunfällen mit 50 Euro pro Versichertem noch günstiger. „Vorarlberg ist eine der wesentlichen ‚Zahlstellen‘ für das System, während unsere Landesbürger davon sehr wenig haben“, kritisiert Loacker die Ungleichheit. Diese betrifft allerdings nicht nur die Behandlungskosten, sondern auch die Renten, die etwa arbeitsunfähigen Betroffenen nach schweren Unfällen ausbezahlt werden. Pro Versichertem fallen hier in Vorarlberg lediglich 156,9 Euro an. Auch hier profitieren wiederum nur die Burgenländer mit 99 Euro noch weniger, während Oberösterreich mit 858,7 Euro Rentenleistung je Unfallversichertem an der Spitze liegt.

Individuelle Gründe

Bei der AUVA sieht man keinerlei Benachteiligung. Die Unterschiede seien von individuellen Faktoren abhängig. Die Höhe der Leistungen überall gleich, jeder Bundesländervergleich daher nicht aussagekräftig.

Demnach müssen nicht nur Beamte und Bauern ungleich verteilt, sondern auch die Arbeitsunfälle in Oberösterreich, Niederösterreich oder Wien seit vielen Jahren schwerwiegender sein als in Vorarlberg oder dem Burgenland. Loacker fällt es schwer, das zu glauben: „Die AUVA stammt aus einer Zeit, in der es zum Arbeitsrisiko gehörte, eine Hand oder ein Bein zu verlieren. Heute ist das ein Träger mit sehr viel Geld, das willkürlich verteilt wird.“

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