Vorarlberg

Viele Lichter gegen den Krieg

10.03.2022 • 20:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Viele Menschen kamen auf den Dornbirner Marktplatz. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Viele Menschen kamen auf den Dornbirner Marktplatz. Philipp Steurer

Großer Andrang herrschte am Donnerstagabend beim Lichtermeer gegen den Krieg in Dornbrin.

Hunderte Vorarlberger kamen am Donnerstagabend zum Lichtermeer gegen den Krieg in der Ukraine auf den Dornbirner Marktplatz., um ein Zeichen für den Frieden zu setzen.
„Wenn wir in die Ukraine blicken, erleben wir alle eine lähmende Ohnmacht. Menschen, Frauen, Kinder, ganze Familien sind durch den Krieg in existentielle Bedrängnis gekommen“, hatte Bischof Benno Elbs bei seinem Aufruf erklärt. Er war gemeinsam mit Landeshauptmann Markus Wallner nach Dornbirn gekommen.

Bei knappen 30 Minuten Stille und Musik setzten die Anwesenden ein Zeichen für den Frieden in der Ukraine und der Welt. Vorarlberg zeige, so erklärte Landeshauptmann Markus Wallner vorab, in diesen Tagen wieder sein menschlichstes Gesicht, was ihn nicht nur freue, sondern auch ungemein stolz mache.

Damit es hell wird

Die Bilder des Kriegs lassen, so Bischof Benno Elbs weiter, in vielen das Gefühl der Ohnmacht entstehen. In diesen Situationen sei es wichtig sich zu fragen, mit welchen konkreten Handlungen man auf diese Ohnmacht antworten könne.

Ein Licht anzünden, damit es hell wird, wenn alles dunkel scheint, sei so eine Handlung, die auch den Zusammenhalt und die Solidarität mit allen vom Krieg betroffenen Menschen zum Ausdruck bringe.
Veranstaltet wurde das Lichtermeer von der Diözese Feldkirch mit der Caritas, der Vorarlberger Landesregierung, dem Roten Kreuz, mehreren Vorarlberger Medien und der Plattform Religionen für den Frieden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von George Nussbaumer.
Die Teilnehmer waren aufgerufen, mit Kerzen, Feuerzeugen, Taschenlampen oder Handys ein Zeichen im Dunkeln zu setzen.

Große Hilfsbereitschaft

Auch abseits des Lichtermeeres zeigt Vorarlberg seine Anteilnahme am Leiden in der Ukraine. Landeshauptmann Wallner lobte die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. Die Unterbringung einer großen Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine werde eine besondere Herausforderung sein, so Wallner. Nach neuesten Schätzungen des Bundes werde mit der Ankunft von etwa 50.000 geflüchteten Personen aus der Ukraine in Österreich gerechnet, was nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel für Vorarlberg die Aufnahme von geschätzt 2.500 Menschen bedeute. „Auf eine solche Zahl bereiten wir uns in einem ersten Schritt jetzt vor“, hatte der Landeshauptmann am Dienstag erklärt. Am heutigen Vormittag soll es weitere Informationen zur Entwicklung der Flüchtlingslage geben. Aktuell reisen etwa 80 Prozent der Ukrainer, die auf der Flucht nach Österreich kommen, in andere Länder weiter, wo sie Verwandte oder Freunde haben. In weiterer Folge sind laut Land aber auch vermehrt Menschen zu erwarten, die ohne persönlichen Anknüpfungspunkt und ohne Vorarlberg-Bezug ankommen und hier untergebracht und versorgt werden müssen, Ein Aufnahmezentrum ist demnächst in Nenzing geplant. Weitere Zentren, die in erster Linie zur Aufteilung dienen, sind ebenfalls in Vorbereitung.