Vorarlberg

Wandern zwischen Wald und Lohnspitze

27.06.2022 • 14:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Gerhard Vylet</span>
Gerhard Vylet

Hertha Glück und Gerhard Vylet wandern zur Gampalpe.

Mit dem Wanderparkplatz im Rücken geht es bergwärts: Vorab hält man sich in Richtung Gampalpe. Beim nächsten Wegweiser steigt man durch den Wald und kürzt den Forstweg ab.

Ab Brünnele Eck bleibt man länger auf dem Waldweg. Nach zwei Stunden ist schon die Gampalpe erreicht. Das Wort „Gamp“ leitet sich vom lateinischen Campus ab und bezeichnet im Rätoromanischen „Feld, Acker, im Alpgebiet eine ebene Alpe oder den ebenen Platz bei der Alphütte“. Die Namensgebung bezeichnet die Gegend trefflich. Sennerei, Berghaus Mattajoch und Kapelle laden zu einer gemütlichen Rast ein. Weiter geht es zwischen den Hütten auf einem schmalen Wiesenweg, der leicht ansteigend aufwärts zum Gampberg führt.

Die Spirke ist eine Überlebenskünstlerin in alpinen Lagen.<span class="copyright">Gerhard Vylet</span>
Die Spirke ist eine Überlebenskünstlerin in alpinen Lagen.Gerhard Vylet

Der Ausblick über den Walgau, das Große Walsertal bis in den Bregenzerwald mit Großem Widderstein erstaunt. Zu Füßen liegt die Gampalpe und klar sichtbar die nächste Wanderetappe, nämlich die herausfordernde Lohnspitze auf 1758 m und dann das Galinagrätle.

Aber vorab geht es wieder zurück zur Alpe Gamp: Bei der Kapelle weist der Wegweiser die Richtung zur Lohnspitze, die in vierzig Minuten erreicht werden kann. Vom Forstweg zweigt Richtung Waldrand ein nicht gleich sichtbarer Wiesenweg ab. Mit dem Bergrücken der Lohnspitze betritt man das Europaschutzgebiet Natura 2000 Spirkenwälder Innergamp. Die Spirke ist eine Rarität und eine Überlebenskünstlerin, denn sie findet ihr Auskommen dort, wo andere Baumarten längst nicht mehr wachsen können.

Über die steile Ostflanke der Lohnspitze geht es rasch nach oben. Hoch auf ragt das Dolomitgestein der Lohnspitze und offeriert je nach Wetterlage sogar einen Blick bis zum Bodensee. Wieder zurück weist der nächste Wegweiser zur Galinaalpe, die übers Galinagrätle in eineinhalb Stunden erreicht wird. Die Markierung ist weiß-rot-weiß, aber der Weg ist weitaus schwieriger und erfordert Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Über den Bach

Mancherorts muss der Weg gesucht werden, dafür belohnt die unberührte Natur, die besonderen Ausblicke in die Weite und das Abenteurerherz schlägt höher. Der Weg ist schon sehr ausgesetzt, links und rechts fallen die Felsen ab, Untergrundsicherung geben Spirken und Latschen. Stets hat man den mächtigen Felsen des Galinakopfes im Fokus. Den Felsen wieder absteigend, zweigt man beim Galinagrätle rechts ab und kommt in dreißig Minuten über ein Wiesen- und Schotterfeld zur Galinaalpe. Vorab hält man sich in Richtung Latz, wandert durch ein schattiges, romantisches Waldstück und überquert den Galinabach. Weiter unten befidnet sich auf einem Stein der rote Pfeil, der anzeigt, dass man nun dem Bachbett des Galinabaches bis zur Wildbachverbauung folgen soll.

Ein Wegerich erhält Insektenbesuch. <span class="copyright">Gerhard Vylet</span>
Ein Wegerich erhält Insektenbesuch. Gerhard Vylet

Pflanzenkunde

Mittlerer Wegerich (Plantago media) bevorzugt Halbtrockenrasen, Magerwiesen, Weiden, Rasenflächen, Wege und Straßenränder. „Plantago“ leitet von lat. planta = Fußsohle ab, denn die Blätter erinnern an Fußabdrücke, außerdem erträgt die Pflanze Trittbelastung. Als Bestäuber fungieren Pollensucher wie Honigbienen, Schwebfliegen oder Käfer. Er ist in fast ganz Europa und in den gemäßigten Zonen Asiens heimisch.

Besonders wertvoll in diesem Schutzgebiet sind die geomorphologischen Böden mit Fauna und Flora. Markierte Steine und Pfosten geben Weghilfe geleiten sicher durch das Gamptal. Vor der Mauer nimmt man den schmalen Weg rechts ab und bleibt immer noch in Richtung Latz. Der Weg wird breiter, Bachläufe werden gequert und ein Blick zurück zeigt einen Mauerwasserfall. In Bälde übernimmt eine Forststraße entlang der Bachverbauungen. Ab dem Wegweiser Wanderparkplatz gibt es gleich eine rechte Abzweigung in den schattigen Wald und nach wenigen Höhenmetern steht man wieder beim Ausgangspunkt Wanderparkplatz Gamp.

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