Vorarlberg

Bei Kreditsuche für Geldwäsche missbraucht

09.07.2022 • 19:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/dpa

Unbekannte Betrüger betrieben über Bankkonten Geldwäsche.

Auch der 51-Jährige aus dem Bezirk Bludenz fiel nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch auf Betrüger und Geldwäscher herein. Er fand im Internet  angebliche Kreditgeber. Für den versprochenen Kredit musste der türkischstämmige Mann ein Bankkonto einrichten und angebliche Gebühren bezahlen. Aber auch der Arbeiter erhielt keinen Kredit. Stattdessen wurde auch er nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde von unbekannten Tätern als Geldwäscher missbraucht.

Der Vorarlberger musste seine Kontokarte nach Frankreich schicken. Von dort wurden 64.000 Euro nach Belgien und Frankreich überwiesen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass so Gelder aus Straftaten gewaschen wurden.

Als Werkzeuge benutzt

Gegen acht Beschuldigte, die sich vergeblich um Kredite bemüht hatten, wurde wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Die Strafverfahren wurden, mit Ausnahme eines noch anhängigen Ermittlungsverfahrens in Deutschland, eingestellt. Weil die Ermittlungen ergaben, dass die Beschuldigten von unbekannten Geldwäschern und Betrügern als Werkzeuge benutzt wurden. Die Beschuldigten seien ohne ihr Wissen Finanzagenten gewesen, so die Staatsanwaltschaft Feldkirch. Die englische Fachbezeichnung dafür laute money mule agents, Geldeselagenten.

Ein Kontoinhaber fehlte

Die Strafverfolgungsbehörde stellte auf Bankkonten von acht Kontoinhabern rund 24.000 Euro sicher und beantragte nach Paragraf 20 des Strafgesetzbuches den Verfall der Beträge. In der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurden circa 22.000 Euro für verfallen erklärt. Neue Eigentümerin der aus Straftaten stammenden Gelder wird damit die Republik Österreich. Das Urteil von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Über gut 2000 Euro auf einem Konto wurde nicht entschieden, weil der Kontoinhaber mit der unbekannten aktuellen Adresse zur Verhandlung nicht geladen werde konnte.

6908 Euro

Sieben Kontoinhaber wurden zur Gerichtsverhandlung als Haftungsbeteiligte geladen. Vor Gericht erschienen sind nur zwei, darunter der Vorarlberger. Vom Konto des Oberländers gingen sichergestellte 6908 Euro ins Eigentum des Staates über. Der 51-Jährige  gab an, das Finanzamt habe ihm 140 Euro auf dieses Konto eingezahlt. Dieses Geld gehöre ihm. Die angebliche Zahlung des Finanzamts konnte er aber nicht belegen. Deshalb fließt auch dieses Geld (zurück) an die Republik Österreich.