Vorarlberg

Exporte sind wieder auf Rekordniveau

15.07.2022 • 19:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Wirtschaft ist stark export-orientiert. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Vorarlberger Wirtschaft ist stark export-orientiert. Hartinger

Waren im Wert von 12,9 Milliarden Euro wurden exportiert. Deutschland ist nach wie vor wichtigster Handelspartner.

Nach einem leichten coronabedingten Rückgang im Jahr 2020 sind Vorarlbergs Exporte im Jahr 2021 wieder deutlich angestiegen. Mit einem Plus von 20,5 Prozent gegenüber dem Jahr davor und einem Gesamtvolumen von 12,9 Milliarden Euro wurde dabei ein neuer Rekordwert aufgestellt. Das zeigt die „Außenhandelsbilanz 2021“ des Landes, welche am Freitag vorgestellt wurde. Als „eindrucksvolles Zeugnis der Leistungskraft unserer heimischen Betriebe“ bezeichneten Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) und Wilfried Hopfner, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV), das Ergebnis.

Handelsbilanz

Eine Steigerung gab es gegenüber 2020 nicht nur bei den Exporten. Auch bei den Einfuhren von Waren war ein Plus von 21,2 Prozent auf einen Wert von 9,2 Milliarden Euro zu verzeichnen. Der Handelsbilanzüberschuss lag damit bei 3,3 Milliarden Euro und 18,8 Prozent über dem Wert von 2020. Landesrat Tittler meinte zu den Werten, dass diese nur bedingt mit jenen von 2020 zu vergleichen seien. Schließlich habe es in dem Jahr drei harte Lockdowns und damit einhergehende „gewaltige Einschränkungen im internationalen Warenverkehr“ gegeben. Dies wirke natürlich verzerrend. „Die Entwicklungen der aus- und eingehenden Warenströme zeigen indes, dass es den Wirtschaftstreibenden unter großen Anstrengungen gelungen ist, die Verluste von 2020 im Jahr 2021 auszugleichen: Aus dem Vorjahr ausständige Aufträge wurden nachgeholt, parallel zusätzliche Umsätze generiert“, meinte Tittler.

Wirtschaftslandesrat Marco Tittler zeigte sich erfreut über die Entwicklung im vergangenen Jahr. <span class="copyright">Hartinger</span>
Wirtschaftslandesrat Marco Tittler zeigte sich erfreut über die Entwicklung im vergangenen Jahr. Hartinger

Die Vorarlberger Wirtschaft profitiere sehr davon, dass die über 5000 exportierenden Unternehmen über den Tellerrand blickten und ihre Produkte erfolgreich auf internationalen Märkten vertreiben würden, meinte WKV-Präsident Hopfner. Die Pandemie habe eindrücklich gezeigt, wie wichtig der Export und offene Grenzen für die Vorarlberger Unternehmen und den Wohlstand seien.

Ein Rekordwert wurde jedoch nicht nur bei den Exporten erzielt. Auch der Überschuss aus der Handelsbilanz war so hoch wie noch nie. Schon in den vergangenen Jahren war diese stets positiv und pendelte seit 2010 zwischen knapp 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2014 und knapp 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2020. Jenes von 2021 sei mit 3,3 Milliarden Euro das weitaus beste Resultat im Betrachtungszeitraum.

Die Exportquote – also das Exportvolumen in Relation zum regionalen Bruttoinlandsprodukt – lag 2021 bei rund 66 Prozent. Im Schnitt wurden pro Vorarlbergerin und pro Vorarlberger Waren im Wert von über 31.000 Euro exportiert. Österreichweit liegt dieser Wert bei rund 18.500 Euro. Die wichtigsten Warengruppen beim Export waren „Eisen und Metallwaren“ (3,5 Milliarden Euro, 28,2 Prozent), „Kessel, Maschinen und Apparate“ (2,3 Milliarden Euro, 18,3 Prozent), „Nahrungs- und Genussmittel“ (1,5 Milliarden Euro, 11,6 Prozent) und „Chemische und pharmazeutische Produkte, Kunststoffe“ (knapp 1,2 Milliarden Euro, 9,3 Prozent). Der Export von Holz und Holzwaren ist um 30 Prozent auf 154 Millionen Euro gestiegen.

WKV-Präsident Wilfried Hopfner meinte, die Pandemie habe deutlich gezeigt, wie wichtig Exporte für Vorarlberg sind. <span class="copyright">Hartinger</span>
WKV-Präsident Wilfried Hopfner meinte, die Pandemie habe deutlich gezeigt, wie wichtig Exporte für Vorarlberg sind. Hartinger

Deutschland auf Platz Eins

Die wichtigsten Handelspartner Vorarlbergs sind in der EU. Sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen kommen beziehungsweise gehen zwei Drittel des Volumens in die oder aus der EU. Die größten Handelspartner sind Deutschland, die Schweiz und Italien. In die Bundesrepublik gingen Waren im Wert von 3,5 Milliarden Euro. Das Exportvolumen in die zweitplatzierte Schweiz lag mit gut 1,3 Milliarden Euro deutlich dahinter. Italien auf Platz drei lag mit 718 Millionen Euro bereits unter der Milliardengrenze.

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