Vorarlberg

Warum Vorarlberg eine PS-Hochburg ist

28.07.2022 • 19:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Neuzulassungen von E-Autos steigen in Österreich. Im Vergleich zu zugelassenen dieselbetriebenen Autos oder Benziner ist dies trotzdem wenig. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Die Neuzulassungen von E-Autos steigen in Österreich. Im Vergleich zu zugelassenen dieselbetriebenen Autos oder Benziner ist dies trotzdem wenig. Symbolbild/Hartinger

Die Vorarlberger mögen schnelle Autos. Trotz steigendem Umweltbewusstsein gehört Vorarlberg zu den PS-Hochburgen Österreichs.

Österreich verzeichnet einen PS-Boom. Trotz der Klimadebatte bleibt die Vorliebe für starke Autos. Ganz vorne mit dabei ist Vorarlberg. Die Vorarlberger liegen dicht hinter Salzburg und Wien. Dies zeigt eine Studie der Wiener Städtischen Versicherung.

Dieser Trend scheint erst widersprüchlich, da Umweltbewusstsein und die Klimadebatte die Anzahl von E-Pkws ansteigen lässt. Im Jahr 2021 wurde im Vergleich zum Vorjahr eine Verdoppelung an neu zugelassenen E-Autos verzeichnet – allerdings sind rund 90000 Zulassungen österreichweit vergleichsweise wenig. Rund 96 Prozent aller Autofahrer wählen nämlich diesel- und benzinbetriebene Autos. Der Trend zum PS-Boom hält weiter an: Aktuell liegt die PS-Stärke bei durchschnittlich 123 PS. Im Jahr 2012 lag der österreichweite Schnitt noch bei rund 104 PS. Das entspricht einer Steigerung von 18,5 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. „Weder die Klimadebatte noch die Coronapandemie konnten diese Entwicklung bremsen. Der Sicherheitsaspekt mit schwereren und damit PS-stärkeren Autos steht bei Österreichern weiter im Vordergrund“, sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung. Österreichweit gibt es eine Aufwärtstendenz, doch regional sind deutliche Unterschiede bemerkbar. „Ein Blick auf die Bundeslandkarte zeigt deutlich: Salzburg, Wien und Vorarlberg sind die PS-Hochburgen in Österreich“, sagt Wendler.

Salzburger und Wiener fahren mit durchschnittlich 129,6 und 129,1 PS die stärksten Autos, dicht gefolgt von den Vorarlbergern mit 128,9 PS. Schlusslichter sind die Nieder- und Oberösterreicher. Das war nicht immer so. Ein Blick zurück zeigt, dass zwar die Wiener und Vorarlberger schon im Jahr 2012 die stärksten Autos auf Österreichs Straßen lenkten, allerdings rangierten die Kärntner am Ende des Rankings.

Ein Kriterium eint alle Bundesländer: Die durchschnittliche PS-Leistung steigt immer weiter an. Wie die Wiener-Städtische-Umfrage ergab, hat für 60 Prozent der Befragten der Umweltgedanke, wie etwa Schonen der Ressourcen oder der Klimawandel, beim Autofahren Relevanz. In den Analysedaten zeigt sich jedoch ein abweichendes Bild beim Blick auf die CO2-Emissionen. Während die CO2-Emissionen zwischen 2012 und 2019 zurückgegangen sind, stiegen diese in den letzten zwei Jahren wieder marginal an.

Junge bleiben bei Benzinern

Die Umfrage hat ergeben, dass Jüngere nach wie vor auf herkömmliche Antriebsarten setzen. Nur zehn Prozent der Befragten unter 30 Jahren wollen sich ein E-Auto anschaffen, während Ältere eher zu alternativen Lösungen greifen. Diese Daten bestärken die Vermutung, dass der Trend zu PS-starken Autos auch in Zukunft nicht abreißen wird.