Vorarlberg

Seit fünf Jahren im Team erfolgreich

25.08.2022 • 19:45 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Eine Wette legte vor fünf Jahren den Grundstein für die reine Frauen-Wettkampfgruppe. Nun vertreten die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ Vorarlberg beim Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb. <span class="copyright">Hartinger</span>
Eine Wette legte vor fünf Jahren den Grundstein für die reine Frauen-Wettkampfgruppe. Nun vertreten die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ Vorarlberg beim Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb. Hartinger

Die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ sind Vorarlbergs einzige reine Damen-Gruppe beim Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb 2022.

Einen möglichst fehlerfreien Lauf hinlegen – dieses Ziel haben sich die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ für den Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb an diesem Wochenende in St. Pölten gesetzt. Am Samstag kurz nach Mittag wird es für die Damen-Wettkampfgruppe mit Feuerwehrfrauen aus dem Leiblachtal und aus Bregenz ernst. Dann ertönt der offizielle Angriffsbefehl, und es heißt für die neun Gruppenmitglieder, einen Löschangriff durchzuführen und anschließend noch einen Staffellauf zu absolvieren. Je schneller desto besser, doch jeder Schritt und jeder Handgriff muss sitzen, sonst gibt es Fehlerpunkte.

Beim simulierten Löschangriff geht es um ein möglichst schnelles und fehlerfreies Vorgehen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Beim simulierten Löschangriff geht es um ein möglichst schnelles und fehlerfreies Vorgehen. Hartinger

Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es die Wettkampfgruppe aus dem Leiblachtal, welche nur aus Frauen besteht. Eine Wette bei einer Jahreshauptversammlung legte damals den Grundstein, wie Nadja Degasper und Stefanie Wimmer erzählen. Die Mitglieder stammen aus den Wehren aus dem Abschnitt und mittlerweile auch aus Bregenz. Dass die Zusammenarbeit seit fünf Jahren so gut funktioniert und die Gruppe trotz mancher Wechsel immer noch aktiv ist, liegt wohl auch an der Geschichte in der Region. „Die Feuerwehren im Leiblachtal arbeiten schon lange sehr eng zusammen“, erklärt Stefanie Wimmer. So gibt es etwa einen eigenen Katastrophenzug, an dem sich alle Wehren aus dem Abschnitt beteiligen. Im Ernstfall – etwa bei einem Hochwasser – wird dann Hand in Hand gearbeitet.
Die Hilfe bei einem Notfall und die Kameradschaft stehen für die Wettkämpferinnen daher bei ihrem Engagement in der Feuerwehr auch im Vordergrund. Die Teilnahme an Wettbewerben ist für sie eine schöne Ergänzung. Einmal pro Woche proben die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ für die sportlichen Bewerbe. Deutlich öfter wird bei so mancher Damen-Gruppe in anderen Bundesländern trainiert. „In Niederösterreich oder auch im Burgenland sind sie da schon sehr intensiv bei der Sache“, sagt Nadja Degasper. Welche Platzierung für die Leiblachtalerinnen beim Bundes-Leistungsbewerb möglich ist, kann sie daher nur schwer sagen.

In Schnifis konnte die reine Frauengruppe einige Männergruppen hinter sich lassen. <span class="copyright">Hartinger</span>
In Schnifis konnte die reine Frauengruppe einige Männergruppen hinter sich lassen. Hartinger

Mit Ehrgeiz dabei

Die Stimmung vor der Abfahrt nach St. Pölten am heutigen Freitag ist innerhalb der Gruppe durchaus unterschiedlich. „Ich bin schon sehr nervös“, gibt etwa Nadja Degasper zu. Stefanie Wimmer hat dagegen „noch gar nicht richtig realisiert, dass der Wettkampf diesen Samstag ist“, sagt sie am Dienstagabend bei der Probe in Eichenberg. Auch wenn für die jungen Frauen aus dem Leiblachtal und Bregenz bei den Wettbewerben vor allem der Spaß und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stehen, sind sie durchaus auch mit dem entsprechenden Ehrgeiz bei der Sache. Das hat sich Anfang Juli auch beim Landes-Feuerwehr-Leistungsbewerb in Schnifis gezeigt. Die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ platzierten sich im Mittelfeld, ließen dabei einige Männergruppen deutlich hinter sich und ernteten auch viel Zuspruch.

Die Truppe ist bereit für den Bewerb am Samstag. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Truppe ist bereit für den Bewerb am Samstag. Hartinger

Eine eigene Damenwertung gibt es in Vorarlberg – im Gegensatz zum Bundes-Leistungsbewerb – derzeit nicht, denn beim heurigen Landes-Feuerwehr-Leistungsbewerb waren die Unterländerinnen leider die einzige reine Damen-Wettkampfgruppe am Start. Nadja Degasper und ihre Mitstreiterinnen würden sich wünschen, dass sich das bald wieder ändert. Und mit ihrem eigenen Engagement wollen die jungen Frauen einen Beitrag dazu leisten.

Mögliches „Heimspiel“

Doch vorerst gilt die volle Konzentration dem bevorstehenden Bundeswettbewerb in St. Pölten. Dieser soll jedoch noch lange nicht der letzte für die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ sein. Schließlich könnte in zwei Jahren ein „Heimspiel“ anstehen. Denn 2024 geht der Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb in Feldkirch-Gisingen über die Bühne. „Es wäre schon schön, dort dabei zu sein“, sind sich die neun Damen einig.

Wettkampfmädels Leiblachtal

Barbara Rösler

Katharina Bildstein

Hannah Lau

Corina Längle

Stefanie Wimmer

Melanie Hehle

Julia Gorbach

Nadja Degasper

Barbara Immler

Lisa Wertl

Die NV Arena fasst insgesamt 8000 Zuseher. <span class="copyright">GEPA pictures/ Philipp Brem</span>
Die NV Arena fasst insgesamt 8000 Zuseher. GEPA pictures/ Philipp Brem

St. Pölten: Feuerwehrleute messen ihre Kräfte

Rund 3000 Feuerwehrleute aus ganz Österreich werden an diesem Wochenende in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten erwartet. Beim Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb messen sie in unterschiedlichsten Kategorien ihre Kräfte. Auch mehrere Vorarl­berger Gruppen – Au, Röns, Düns, Ludesch, Schnifis, Thüringerberg, Übersaxen, Sibratsgfäll, Lustenau und die „Wettkampfmädels Leiblachtal“ – nehmen an den Wettkämpfen teil.
Heute reisen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tagsüber an. Am Abend steht die Eröffnung des Festzelts an. Morgen wird der Bewerb um 8 Uhr in der NV Arena, der Spielstätte des österreichischen Fußball-Zweitligisten SKN St. Pölten, offiziell eröffnet. Tagsüber finden dann die Wertungsdurchgänge in den unterschiedlichen Kategorien statt, ehe dann um 18.30 Uhr die Abendunterhaltung startet und DJ Ötzi im Stadion für Stimmung sorgen soll. Später stehen im Rahmenprogramm der Bewerbe auch noch „Die Jungen Zillertaler“ auf der Bühne des Festzelts.

Am Sonntag nehmen die teilnehmenden Gruppen ab 9 Uhr Aufstellung im 8000 Zuschauer fassenden Stadion. Denn um 10 Uhr wird der Bundes-Feuerwehr-Leistungsbewerb mit der Siegerehrung sowie der offiziellen Schlussfeier beendet.

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