Vorarlberg

30 Jahre nach der Tat verurteilt

23.11.2022 • 17:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Weil Straftat schon lange zurücklag, kam unbescholtener 50-Jähriger mit bedingter Haftstrafe davon.

Vor 30 Jahren war der damals 19-jährige Serbe nach Ansicht des Richters zusammen mit zwei bereits verurteilten Serben an einer Straftat in Damüls beteiligt. Dafür wurde der unbescholtene 50-Jährige am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von drei Monaten verurteilt.

Dem Mann wurde der Einbruch in Ein Auto vorgeworfen. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig. Denn Staatsanwältin Julia Müller nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Mittlerweile beträgt die mögliche Höchststrafe für einen derartigen Einbruchsdiebstahl nicht fünf, sondern nur noch drei Jahre Gefängnis.

Tat lag weit zurück

Weil die Tat schon so lange zurückliege und der Angeklagte unbescholten sei, genüge ausnahmsweise eine bedingte Freiheitsstrafe, sagte Richter Richard Gschwenter. Der Strafrichter stützte den Schuldspruch auf polizeiliche Aussagen der inzwischen verurteilten Mittäter aus dem Jahr 1992, die den Angeklagten belasteten. Einer der Mittäter, ein 55-jähriger Serbe, sagte am Mittwoch als Zeuge vor Gericht, er könne sich nach 30 Jahren nicht mehr daran erinnern, ob der Angeklagte an dem Autoeinbruch beteiligt gewesen sei oder nicht. Der Angeklagte sei sein damaliger Schwager gewesen.

Bei dem Einbruch in einen VW Passat wurden am 13. Februar 1992 in Damüls ein metallener Werkzeugkoffer, ein Autoradio, Musikcassetten und ein Lawinenpiepser erbeutet. Einer der beiden dafür bereits Verurteilten stammt aus jener serbischen Gemeinde, in dem der Angeklagte wohnt.

Nach dem Angeklagten wurde 30 Jahre lang gefahndet. Zur Feldkircher Gerichtsverhandlung am Donnerstag ist der Serbe nach eigenen Angaben aus Serbien angereist. Nach dem Prozess sagte der Angeklagte, er hoffe, dass er bei der Rückreise nach Serbien an den Grenzen keine Probleme haben werden. Seine Probleme würden geringer werden, weil er nun von der Fahndungsliste gestrichen werde, merkte dazu der Richter an.  

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