Vorarlberg

Jugendlicher erfand Tat weil er in Haft wollte

15.12.2022 • 15:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

17-Jähriger stiftete 15-Jährige an, ihn wahrheitswidrig als ihren Vergewaltiger anzuzeigen.

Was unglaubwürdig klingt, hat sich nach den gerichtlichen Feststellungen tatsächlich so ereignet. Demnach wollte ein 17-Jähriger aus dem Bezirk Dornbirn zusammen mit seinem inhaftierten besten Freund im Feldkircher Gefängnis sein. Deshalb überredete der Südosteuropäer eine 15-jährige Bekannte dazu, ihn wahrheitswidrig als ihren Vergewaltiger anzuzeigen. Er bot ihr dafür 1000 Euro, die er ihr aber nicht bezahlte.

Die 15-Jährige gab im Juli vor der Polizei in Dornbirn an, der 17-Jährige habe sie im April vergewaltigt und ihr für den Fall ihrer Anzeige mit Schlägen gedroht. Daraufhin wurde der 17-Jährige verhaftet und in der Justizanstalt Feldkirch für zwei Wochen in Untersuchungshaft genommen.

Geständnis abgelegt

Wegen Verleumdung und falscher Zeugenaussage wurde die geständige und unbescholtene 15-Jährige am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 960 Euro. 480 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil, das die Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für die Jugendliche wäre zweieinhalb Jahre Haft gesehen.

Bei der Strafbemessung sei mildernd auch berücksichtigt worden, dass die Angeklagte vom vermeintlichen Vergewaltiger zu ihren falschen Angaben angestiftet worden sei, sagte Richterin Sabrina Tagwercher.

Wegen Anstiftung zur Verleumdung und Falschaussage wurde über den geständigen und vorbestraften 17-Jährigen am 7. Dezember am Landesgericht rechtskräftig eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe von sechs Monaten und eine unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze a’ 4 Euro) verhängt.

Sein gleichaltriger Freund wurde im September am Landesgericht vor allem wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen rechtskräftig zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon belief sich der unbedingte, zu verbüßende Teil auf sechs Monate.

Der 17-Jährige, ebenfalls ein Südosteuropäer, hat im Mai im Bezirk Dornbirn ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt. Zuvor hat er seit Dezember 2021 fünf Mal einvernehmlichen Sex mit der 13-Jährigen gehabt. Weil das Mädchen noch nicht 14 Jahre alt war, wurde der einvernehmliche Sex als schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen gewertet.

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