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Österreichisches Know-how für Indien

Zahlreiche heimische Unternehmen hoffen auf Aufträge aus dem süd-asiatischen Land.

In Indien soll nach den Plänen der Regierung bis 2017 eine Billion Dollar aus öffentlichen und privaten Mitteln in die Infrastruktur investiert werden. Ein gewaltiger Kuchen, an dem zunehmend auch österreichische Unternehmen mitnaschen wollen. Um die Chancen speziell im Technologiebereich zu erhöhen, beginnt – nach China in den vergangenen Jahren – nun das Werben in Indien. Konkret hat Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) bei einem Arbeitsbesuch in New-Delhi seit Montag vier indische Minister getroffen und zwei Abkommen unterzeichnet. Bei einem Technologiesymposium am Mittwoch präsentierten sich heimische Firmen potenziellen indischen Partnern. Auch das Austrian Institute of Technology (AIT) suchte Anknüpfungspunkte etwa mit dem Indian Institute of Technology (IIT), ist aber selbst schon gefragter Partner, wenn es etwa um „Intelligente Städte“ geht.

Asiens Mega-Volkswirtschaft mit 1,2 Milliarden Einwohnern vermittelt ein zwiespältiges Bild. Einerseits wird auf die hohen, wenn auch derzeit etwas eingedellten Wachstumsraten der Wirtschaft und eine kaufkräftige, wachsende Mittelschicht mit derzeit etwa 250 Millionen Konsumenten verwiesen. Andererseits ist nach wie vor jeder fünfte Inder unterernährt, 42 Prozent der Bevölkerung haben weniger als einen Dollar (kaufkraftbereinigt) täglich zum Leben. Zugleich hat das Land mit einer völlig veralteten und unterentwickelten Infrastruktur zu kämpfen.

„Land des Aufbruchs“

Und genau hier hätten österreichische Unternehmen große Chancen, sagte Bures vor Journalisten, „Indien ist ein Land des Aufbruchs“. Mit dem Symposium am Mittwoch wolle man zeigen, dass Österreich nicht nur ein Kultur-, sondern auch ein Hochtechnologieland sei, das bei vielen Problemen wie der Urbanisierung Lösungen bieten könne. Österreichische Unternehmen seien in Bereichen wie Energie- und Umwelttechnik, Fahrzeug-, Eisenbahn- oder Tunneltechnologie weltweit führend – all jene Bereiche, die erforderlich seien, um Infrastruktur auszubauen und zu modernisieren.

Mit zwei neuen und einem im Vorjahr unterzeichneten bilateralen Abkommen soll die Zusammenarbeit bei Infrastruktur-Technologien vertieft werden. Wurde im Vorjahr bereits die Kooperation im Eisenbahn-Bereich unter Dach und Fach gebracht, sollen nun auch bilaterale Brücken bei Intelligenten Transportsystemen und Schifffahrts-Infrastruktur geschlagen werden.

Elektronische Mautsysteme

Gelegenheit dafür gibt es genug: Alleine für den Ausbau der Straßeninfrastruktur hat Indien bis 2015 Investitionen in Höhe von 157 Milliarden Euro vorgesehen. Firmen wie Frequentis, Kapsch TrafficCom oder Swarco sollen hier ihr Know-how etwa bei elektronischen Mautsystemen einbringen.

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