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Urteil gegen verbotene Kinderwerbung

Der Oberste Gerichtshof untersagt an Kinder gerichtete Kaufaufforderungen im Zusammenhang mit einer Sammelalbum-Aktion im Handel.

Auf den Schulhöfen des Landes haben sie sich zu einem echten Renner entwickelt – die Pickerl-Sammelhefte der österreichischen Lebensmittelketten Spar und Billa. Begonnen hat alles im Jahr 2010 – als Spar mit seiner „Stickermania“ einen selbst für Werbeexperten überraschenden Coup landen konnte. Das Prinzip der seither dreimal wiederholten Aktion ist einfach: Pro Zehn-Euro-Einkauf gibt‘s ein Packerl mit je fünf Pickerln geschenkt. Zudem kann man Packerln zu 50 Cent in den Geschäften nachkaufen. Der Erfolg von Spar hat auch den Mitbewerb auf den Plan gerufen. Als der Startschuss zur zweiten Stickermania fiel, sprang auch Billa mit der „Sticker-Safari“ auf den Zug auf.

Im extrem hart umkämpften österreichischen Lebensmittelhandel haben sich die breit beworbenen Sticker-Aktionen der Handelsketten zu einem wahren Kundenkleber entwickelt.

Wenn es um konkrete Zahlen zum Pickerlabsatz geht, geben sich die Handelsketten zugeknöpft, es wurde jedoch stets beiderseits betont, dass über die Aktion die Kundenfrequenz gesteigert werden konnte.

Nicht die Aktion selbst, aber die Bewerbung derselben hat jedoch die Konsumentenschützer des VKI auf den Plan gerufen. Der Vorwurf: Es handelt sich um verbotene Kinderwerbung. Jetzt gibt es dazu ein Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH): An Kinder gerichtete Kaufaufforderungen sind verboten. Der OGH hat eine Verbandsklage des VKI gegen Spar rechtskräftig bestätigt. Ein ähnliches Urteil gibt es vom Oberlandesgericht Wien gegen Billa. „Wir haben in erster Instanz Recht bekommen, in zweiter Instanz teilweise verloren und werden jetzt den OGH anrufen“, präzisiert Billa-Sprecherin Karin Nakhai.

Der VKI war im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums gegen die direkten Kaufaufforderungen wie „Hol Dir Dein Stickerbuch“ vorgegangen.

Nicht die grundsätzliche Bewerbung der Aktion, sehr wohl aber den Imperativ („Hol Dir …“) haben die Gerichte ganz klar als eine direkte Kaufaufforderung angesehen. Aber auch die Aufforderung, sich Sammel-Sticker auf dem Umweg über Zugaben zum Einkauf der Eltern zu holen, ist verboten.

Beim VKI ist die Freude über das Urteil groß, es sind die ersten Entscheidungen zum Verbot der Kinderwerbung in Österreich.

MANFRED NEUPER

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