Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Das Bollwerk der Biertrinker

Der europäische Biermarkt zeigt Schwächen, doch Österreicher halten dem Gerstensaft die Treue. Trend zu alkoholfreien Sorten.

Der niederländische Braukonzern Heineken fährt wegen der anhaltenden Bierabsatzflaute in Europa einen Sparkurs. Quer über den ganzen Konzern setzt Heineken gerade ein neues Restrukturierungsprogramm auf. Dass es in diesem Umfeld bei den acht Brauereien in Österreich bleibt, kann Brau-Union-Chef Markus Liebl zwar nicht auf ewig, aber derzeit und jedenfalls für die nähere Zukunft garantieren.

„Wir sind im Konzern anerkannt, weil wir uns erfolgreich halten“, sagte Liebl am Dienstag bei Vorlage der Geschäftsentwicklungszahlen 2013. An der österreichischen Standort- und Produktpolitik ändere sich nichts, „im Gegenteil, wir kriegen viel Schulterklopfen“, betonen die Verantwortlichen bei der Brau Union. Im Biermarkt gebe es auch gewisse regionale Entwicklungen, die sich positiv auswirkten. Im Heineken-Konzern werde heute zum Beispiel in 40 Ländern der Welt der „Radler“ nach der Rezeptur gebraut, die in der Brau Union vor fünf Jahren entwickelt worden sei.

Verkaufsschlager Radler

„Österreich ist das einzige Land in Europa, sowohl im Westen als auch im Osten, in dem der Bierkonsum seit 15 Jahren mehr oder weniger konstant blieb“, sagte Liebl heute. Der Pro-Kopf-Verbrauch schwankt hier zwischen 106 und 108 Litern. Laut Umfragen kaufen 80 Prozent der Österreicher regelmäßig Bier ein.

Alkoholfreie, alkoholarme und Limonaden-Bier-Mischgetränke taten auch 2013 der österreichischen Brauwirtschaft „in Summe sehr gut“, sagen die Brauer. Nach den Boomjahren beim Radler haben sich die Verkäufe dieser Mischgetränke bei der Brau Union jetzt bei etwa acht Prozent vom Gesamtabsatz eingependelt. Luft nach oben sieht der Konzern noch bei alkoholreduzierten und den alkoholfreien Sorten. Da will man in fünf Jahren verdoppeln. Dann werde jedes sechste Krügel ein Bier sein, das es vor ein paar Jahren noch nicht gab, schätzt Marketingvorstand Andreas Stieber. Heute füllt die Gruppe in Österreich zwölf Marken in hundert Sorten ab. Fünf der acht heimischen Brau-Union-Braustätten sind Großbrauereien, die kleineren Betriebe stellen regionale Sorten her

Gesamtbiermarkt stabil

2013 hat die österreichische Heineken-Tochter Brau Union (Hauptmarken: Gösser, Zipfer, Puntigamer, Reininghaus, Schwechater) im Inland 0,3 Prozent oder 12.000 Hektoliter mehr Bier verkauft. Der Marktanteil sei um 0,2 Prozent gestiegen, hieß es dazu. Der Gesamtbiermarkt sei „weitgehend stabil“ geblieben. Die Zahlen über den Gesamtmarkt kommen erst am Donnerstag vom Brauereiverband. Liebl war sich am Dienstag jedoch sicher, „schlechter als der Markt haben wir uns sicher nicht entwickelt.“ Mit der stärksten Biermarke im Land, Gösser, sei man beim Marktanteil (Menge: 13,6 Prozent, Wert: 15 Prozent im Handel) wieder dort, wo man vor mehr als zwei Jahrzehnten war.

Mitsamt der etwas stärker gewachsenen Exporte legte der gesamte Bierabsatz der Brau Union um 1,3 Prozent auf 4,858 Mio. Hektoliter zu. Der Umsatz stieg um 2,1 Prozent auf 657,8 Mio. Euro. Ergebniszahlen nennt der Vorstand nicht. Im Konzern waren im Jahresschnitt 1.969 Leute beschäftigt.

Das heurige Jahr habe ganz gut begonnen, hieß es diese Woche. Der Konsum dürfte in etwa stabil bleiben. Liebl erwartet 2014 kein schlechteres Ergebnis als 2013, keine Riesensprünge hinauf oder hinunter. Nach der im Dezember angekündigten und jetzt bereits zum Teil umgesetzten Bierpreiserhöhung gebe es keine weiteren Überlegungen in die Richtung. Heuer rechnet man bei den Brauern jedenfalls mit keiner großen Verteuerung.

Artikel 2 von 2
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.