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Lohnerhöhung bringt Verlust

Für viele Arbeitnehmer bedeutet eine Lohn­erhöhung in den kommenden Jahren einen Verlust: Die Lohnsteuer frisst das Plus weg.

HELLFRIED SEMLER

Das kann doch nicht sein!“, empört sich Heinz G., Angestellter. Er hat eine Gehaltserhöhung ausgehandelt. Er wird nun in eine höhere Steuergruppe eingestuft, zahlt mehr Lohnsteuer, und die erwartete Erhöhung des Nettogehalts ist wieder weg. Noch mehr, Heinz G. hat jetzt, die Inflation eingerechnet, „um einiges weniger als vorher“.

So ähnlich wird es vielen Arbeitnehmern gehen. Das nennt man „kalte Progression“. Läuft etwas falsch in Österreich? Rudolf Kaske, Präsident der Arbeiterkammer, fordert eine Steuersenkung, „damit mehr netto bleibt“. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer meint, der Staat solle „nicht Inkassobüro“ sein.

Kräftig zulangen

Beide beziehen sich darauf, dass der Staat bis 2018 mit steigenden Steuereinnahmen rechnet. Im Vorjahr lag die Summe der Gesamtsteuern bei 76,37 Milliarden Euro, 2018 sollen es 91,19 Milliarden Euro sein, ein Zuwachs um fast 20 Prozent. Die größten Brocken sind die Lohnsteuer (zuletzt 24,6 Milliarden Euro) und die Mehrwertsteuer (24,9 Milliarden Euro). Der Staat will kräftig bei der Lohnsteuer zulangen: 2018 soll die Lohnsteuer fast 32 Milliarden Euro ausmachen, um gut drei Milliarden Euro mehr als die Umsatzsteuer. Deutschland geht einen anderen Weg, will die kalte Progression abschaffen.

Wirtschaftsforscher sehen die Entwicklung in Öster­reich kritisch. Margit Schratzenstaller vom Wifo spricht von fallender Kaufkraft, vor allem in den „unteren und mittleren Einkommensbereichen“. Simon Loretz vom IHS meint, das Konsumwachstum werde „wahrscheinlich“ gedrosselt. Man müsse aber bedenken, dass ein Teil der erhöhten Einnahmen aus der Lohnsteuer auch auf steigende Beschäftigung zurückzuführen sei. Statistisch sind das vielfach Teilzeitjobs, in denen die Steuerprogression weniger wirksam wird, „aber auch der Anreiz wegfällt, Stunden aufzustocken“, sagt Schratzenstaller.

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