Luftfahrt-Zulieferer FACC im Anflug auf die Börse

Verantwortliche des Rieder Unternehmens wollen mit Börsengang Wachstum finanzieren.

Ein Fixstern der Luftfahrt ist FACC aus Ried im Innkreis schon längst. Sei es das Schubumkehrgehäuse für die Boeing 787-9, Winglets für Boeing 737 NG, Landeklappen für den Airbus 321, Kabinen für Bombardier oder Spoiler und Querruder für die neue Jet-Generation des brasilianischen Herstellers Embraer: Aus Oberösterreich kommen Komponenten für alle Großen der Branche.

Jetzt lassen die Rieder erneut aufhorchen. FACC, eine Tochter des staatlichen chinesischen Rüstungs- und Flugzeugproduzenten AVIC, plant noch für heuer den Gang an die Wiener Börse. Die Chinesen hatten den Zulieferer von Faserverbundteilen 2009 übernommen und wollen nun einen Teil ihrer FACC-Aktien über die Börse verkaufen. Wie groß dieser Anteil ist, wurde gestern noch nicht verraten. Im Zuge einer Kapitalerhöhung sollen aber auch junge Aktien im Wert von 150 Millionen Euro an Kleinanleger und institutionelle Investoren ausgegeben werden. Daraus sollen Wachstum, aber auch Unternehmenszukäufe finanziert werden, erklärte FACC. „Der Börsegang ist ein wichtiger Schritt, um unser Geschäftsmodell zu stärken und kommt zu einem Zeitpunkt, wo wir optimal aufgestellt sind“, sagte dazu Vorstandschef Walter Stephan.

Im Geschäftsjahr 2013/14 hatte FACC deutliche Zuwächse erzielt. Beim Umsatz gelang ein Plus um 26 Prozent auf 546,5 Millionen, das Ergebnis (nach Steuern und Zinsen) kletterte um 37 Prozent auf 28,9 Millionen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um ein Viertel auf 2963, wovon mehr als 2600 im Inland arbeiten.

Impuls für Wiener Börse

Der Wiener Börse gibt FACC einen wichtigen Impuls. Für Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger wäre der Börsengang „eine wirklich tolle Sache“, denn der chinesische Eigentümer könnte sich das Geld auch woanders holen. Erfreut zeigt sich auch die Börse und erklärt, dass „mehrere Unternehmen ihr Interesse an einer Finanzierung über den Kapitalmarkt bestätigt haben“, die genaue Zahl der Börsengänge aber nicht abgeschätzt werden könne. Das Marktumfeld sei derzeit sehr gut, wie auch die bisherigen Kapitalerhöhungen zeigten. Seit Ende April notiert etwa auch die Buwog AG in Wien.

Hannes Gaisch

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