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OMV drosselt die Investitionen

Der Preis von 50 Dollar je Fass ist für die Ölkonzerne ein Schock. Die OMV dreht jetzt heftig an allen Schrauben.

CLAUDIA HAASE

So weit wie andere große Ölkonzerne und Zulieferer will man bei der OMV derzeit nicht gehen: Tausende Mitarbeiter abbauen. Diese Nachricht kommt (noch) nicht aus Österreichs größtem Unternehmen, hatte man seit Ende 2013 doch noch 1600 neue Techniker für die Expansion gesucht und auch schon 800 gefunden. Aber der niedrigste Ölpreis seit sechs Jahren zwingt die OMV zum Zusammenstutzen vieler Pläne. Zudem werden Sonderaufwendungen für die türkische Petrol Ofisi und das Gaskraftwerk Petrobraz die OMV-Bilanz mit 700 Millionen Euro belasten. In drei Wochen bei der Bilanz wird endgültig klar sein, wie hoch die Gewinneinbußen 2014 ausgefallen sind.

Wollte der Konzern ursprünglich 3,9 Milliarden Euro jährlich für Investitionen in die Hand nehmen, um bis 2016 die tägliche Fördermenge auf 400.000 Fass zu treiben, fährt man die Investitionen nun auf 2,5 bis drei Milliarden Euro zurück. Das Förderziel rückt in unbekannte Ferne.

Bleibt Roiss länger an Bord?

Jetzt wird an den Kostenschrauben gedreht. Die Auflösung der ehemaligen Gassparte läuft auf Hochtouren. Mit ihrer Eingliederung in die Division Raffinerie und Marketing hatte sich OMV-Boss Gerhard Roiss kürzlich seines Widersachers in der Chefetage, Hans-Peter Floren, entledigt. Er selbst soll Mitte des Jahres gehen, was angesichts der extrem schwierigen Marktlage gar nicht mehr so sicher scheint. Wegen des Umbaus der Staatsholding ÖIAG in die ÖBIB – eine Folge des OMV-Machtkampfes – können im Aufsichtsrat keine Entscheidungen mehr getroffen werden. Die ÖBIB ist seit gestern personell formiert, neue Mitglieder für den OMV-Aufsichtsrat können aber erst bei der Hauptversammlung Ende Mai bestätigt werden. Dass die dann umgehend einen Nachfolger für Roiss bestimmen, gilt als unwahrscheinlich. Es sei denn, es käme doch ein OMV-Top-Manager zum Zug. Diese Option hatte man im Zuge der Rochaden im Oktober ausgelassen.

In der OMV weist man zurück, die verfolgte Strategie, den Konzern massiv Richtung Förderung auszubauen, könnte gescheitert sein. Es dürfte allerdings auch an Alternativen mangeln, schließlich halten die OMV-Inlandsreserven nur noch gut zehn Jahre.

Roiss hatte wegen Problemen in Libyen und im Jemen zuletzt stark auf die Nordsee gesetzt. Hier sind Investitionen bei einem Ölpreis von 50 Dollar aber derzeit kaum mehr zu rechtfertigen. Beim Feld Rosebank könnten Anteile verkauft werden. Bei drei Projekten in Tunesien, England und Norwegen ist von Verschiebungen die Rede. Derzeit sind laut einem „Stresstest“ der OMV beim Preis von 50 Dollar noch 80 Prozent der geförderten Mengen gewinnbringend.

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