Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Schweiz droht eine Rezession

Der starke Franken trifft die Schweizer Wirtschaft hart. Experten rechnen damit, dass in den kommenden zwei Jahren 75.000 Jobs verloren gehen könnten.

ROMAN VILGUT

Seit zwei Wochen geht es in der Schweizer Wirtschaft rund. Nach der massiven Aufwertung des Franken rechnen viele Betriebe mit Währungsverlusten. So versprechen Tourismusbetriebe in Samnaun ihren Gästen einen fixen Wechselkurs von 1,10 Euro und Rabatte. Das Dorf grenzt an Ischgl und teilt sich mit dem Tiroler Ort ein Skigebiet. Rund die Hälfte der Gäste kommt daher aus dem Euro-Raum. Auch in Grächen wurde der Wechselkurs bei 1,35 Euro fixiert, um mehr Wintergäste anzulocken. Im Tessin hat ein Transportunternehmen angekündigt, seine Angestellten künftig in Euro bezahlen zu wollen. Viele der Mitarbeiter pendeln aus Italien in die Schweiz.

Vor allem Handelsbetriebe in den Grenzregionen leiden unter dem starken Franken. Am Wochenende fahren viele Schweizer lieber auf eine Shoppingtour in den günstigen Euro-Raum, als zu Hause einzukaufen. Viele Banken mussten zeitweise die Ausgabe von Eurobanknoten rationieren.

Wissenschaftler der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich gehen davon aus, dass die Schweiz heuer in eine Rezession fallen wird. Derzeit wird mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent gerechnet. In den kommenden zwei Jahren könnten 75.000 Jobs in der Schweiz verloren gehen. Der hohe Euro-Kurs schwächt die Exportwirtschaft und für Touristen wird der Urlaub in der Schweiz empfindlich teurer. Unklar ist noch, wie sich der Frankenkurs auf die Banken auswirkt. Die Großbank UBS hat bereits damit begonnen, von Kunden mit hohen Guthaben Negativzinsen zu verlangen. Devisenexperten hoffen nun darauf, dass der Euro von außen gestärkt wird. So könnten die Staatsanleihenkäufe der EZB die Spekulationen gegen die Währung reduzieren.

Kurzarbeit möglich

Es gibt allerdings einen weiteren Faktor, der die Schweizer Wirtschaft belastet. Große Teile des internationalen Ölhandels laufen über die Schweiz. Der niedrige Ölpreis führt zu deutlich weniger Einnahmen. Die Wirtschaftsforscher fürchten, dass sich das auch auf die Steuereinnahmen auswirken könnte. Sinken die Einnahmen, können die Kantone weniger für Bildung und Gesundheit ausgeben. Doch gerade diese Branchen gehören zu den Jobmotoren des Landes.

Um den Unternehmen unter die Arme zu greifen, hat der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann Kurzarbeit ermöglicht. Die Maßnahme ist allerdings auf Firmen beschränkt, die aufgrund von Devisenschwankungen die Produktion drosseln müssen.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.