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OMV leidet unter Ölpreis

Mit einem Sparprogramm und Verkäufen stellt sich die OMV länger auf ein Ölpreisniveau von 50 Dollar ein.

Claudia haase

Es war der 19. Juni, von da an ging‘s bergab.“ Nicht mit der Karriere des OMV-Chefs Gerhard Roiss, sondern mit dem Ölpreis. „Da war der Wechsel zur roten Linie.“ 115 Dollar kostete das Fass Öl noch Mitte Juni 2014, aktuell liegt er bei knapp 60 Dollar, nachdem er vor wenigen Wochen sogar schon unter die 50-Dollar-Marke gefallen ist. Entsprechend demoliert sieht die Bilanz des größten österreichischen Unternehmens aus. Von dem bereits schon 2013 durch die Produktionsausfälle in Libyen unter Druck geratenen Gewinn blieben 2014 gar nur noch 613 Millionen Euro übrig. Er schmierte damit um 65 Prozent ab. Er wäre sogar noch weiter abgerutscht, wenn der Euro nicht schwach wäre. Die Aktionäre müssen aber nicht mitleiden, sie bekommen dieselbe Dividende wie vor einem Jahr.

Ursachen

Etwa je ein Drittel des Gewinneinbruchs gingen auf das Konto des weitgehenden Förderstopps in Libyen, Ölpreisverfall und Abwertungen in der Türkei, wo der Marktregulator den Profit der OMV-Tochter gedeckelt hat.

Damit der Konzern bei einem angenommenen Ölpreis zwischen 50 und 60 Dollar noch verdient, steuert der OMV-Vorstand jetzt mit einem noch nicht näher definierten Spar- und Verkaufsprogramm entgegen.

„Fit for 50“

Roiss will das Sparprogramm mit dem flotten Namen „Fit for 50“ bis Mitte des Jahres durchbringen. Danach müsste der 62-Jährige eigentlich gehen. So sehen es zumindest die Vereinbarungen nach dem Krach mit der Verstaatlichten-Holding ÖIAG vor. Die ÖIAG ist in Kürze Geschichte, wird zur ÖBIB – auch wegen der Querelen um die OMV-Führung mit ÖIAG-Chef Rudolf Kemler. Auf die Frage, ob er möglicherweise doch etwas länger bleibe, wollte er nicht kommentieren. „Ich konzentriere mich auf das Geschäft.“

Das da hieße: „Jeden Euro dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben“, so Roiss. Wie hoch die Spareffekte durch die Zusammenführung der Sparten Gas und Raffinerie sein könnten, wollte der OMV-Vorstand noch nicht sagen. Weit oben auf der Verkaufsliste könnte die Gashandelsgesellschaft Econgas stehen, nachdem man mit der Gazprom ein Abkommen über marktkonforme Preise getroffen hat.

Weniger Investitionen

Bleibt der Ölpreis im Keller, werden die Investitionen von 3,9 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro zurückgefahren. Wie die ganze Industrie bereite man sich mittelfristig aber auf ein Wiederanziehen der Preise vor. An den Entwicklungsprojekten werde man festhalten, ob das nun länger dauere, sei sekundär.

Er verteidigte auch die Zukäufe in Norwegen. Die Förderung ist dort zwar besonders teuer, aber zumindest rettet Norwegen die Mengenbilanz. Die Förderung in Libyen steht still, noch will man die Förderung, die mit immerhin noch 650 Millionen Euro in den Büchern steht, nicht als „verloren“ abschreiben.

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