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Wien

Umstellung auf teurere Konten brachte Bawag viel Zores

Rund 2000 Kunden kehrten dem Geldinstitut aus Ärger wegen der Maßnahme den Rücken.

Im vorigen Herbst zog die Bawag P.S.K. Ärger und Aufmerksamkeit auf sich, indem 20.000 Kunden vor die Wahl gestellt wurden: Umstieg auf ein neues Kontomodell oder Wechsel der Bank. Das Institut strich alte, kostengünstige Kontomodelle aus ihrem Sortiment und ersetzte diese durch neue, die für Kunden teurer und für die Bawag profitabler sind.

„Wie alle Banken muss auch die Bawag P.S.K. dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld Rechnung tragen“, erklärt Sprecherin Georgia Schütz. „Sehr günstige oder Gratiskontomodelle, die unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen eingeführt worden sind, können als Filialbank nicht mehr kostendeckend aufrechterhalten werden.“ Die Bawag setzte den betroffenen Kunden eine Frist bis 31. Jänner: Wenn sie bis dahin nicht in eines der neuen Kontopakete wechselten, wurde das Girokonto gekündigt.

Ärger. Die Bilanz: „Weniger als zehn Prozent der von der Sortimentsbereinigung betroffenen Kunden haben ihre Konten gekündigt“, erklärt Schütz. Also weniger als 2000 von 20.000. Überhaupt seien 97 Prozent der Bawag-Kunden von der Umstellung gar nicht betroffen gewesen. Und doch schlägt die Aktion nach wie vor Wellen. So kehrten Kunden selbst nach Jahrzehnten der Bank völlig verärgert den Rücken. Kritik wurde auch laut, da die Bawag bei einem Teil der angebotenen Konten Behebungen an Bankomaten mit Gebühren belegte. Laut Arbeiterkammer sind diese Konten fast doppelt so teuer wie die alten.

Basiskonto. Bei AK und Finanzmarktaufsicht (FMA) gab es viele Beschwerden wegen der Umstellung. Wobei Kündigungen durch die Bank nicht illegal seien, erklärt die FMA. Doch müsse die Bawag wie alle Banken ein Basiskonto anbieten. Laut den Beschwerden bei der FMA habe die Bawag dieses einigen Kunden verweigert. Andere wiederum beklagten die langsame Datenübermittlung an die neue Bank. Diese Verzögerungen gestand die Bawag auch ein, sie wurde im Jänner von der FMA angewiesen, die Probleme rasch zu lösen. Diese seien nun berei­nigt, sagt Schütz.

Doch kann die Bawag das leidige Kapitel noch nicht schließen. Denn bekanntlich hat Konsumentenschutzminister Alois Stöger via VKI eine Klage gegen die Bawag einbringen lassen. Stöger sieht im Vorgehen der Bank einen Verstoß gegen das Transparenzgebot. Ein Urteil ist laut VKI erst in einigen Monaten zu erwarten.

Hannes Gaisch-Faustmann

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