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„Gratis“ Roamingschlägt voll ein

Anbieter HoT: Datennutzung im Ausland schnellte ab Juli um das 22-Fache in die Höhe.

Dieser Sommer war ganz anders als sonst: nicht an der Grenze das Datenroaming deaktivieren. Nicht prüfen, ob die Mailbox auch wirklich ausgeschaltet ist. Teures Surfen und Telefonieren im EU-Ausland gehört der Vergangenheit an, sofern man keinen Vertrag komplett ohne Roamingmöglichkeit hat – auch das gibt es im Tarifdschungel bereits.

Der Mobilfunkanbieter HoT, der seine SIM-Karten über den Diskonter Hofer verkauft, analysierte das Kundenverhalten in den vergangenen drei Monaten detailliert. Das Ergebnis: Tatsächlich nutzten die Reisenden ihre Handys so wie zu Hause, sagt HoT-Boss Michael Krammer. Das im Ausland genutzte Datenvolumen schnellte um das 22-Fache in die Höhe, es wurde drei Mal so viel im Urlaub telefoniert und selbst die SMS-Nutzung verdoppelte sich.

„Die Idee Roaming like at home ist hundertprozentig aufgegangen“, so Krammer. „Es gibt keinen Verhaltensunterschied mehr.“ Was für den Kunden gratis ist, sorgt beim Anbieter HoT allerdings für das Problem, um 55 Prozent niedrigere Umsätze bei 315 Prozent höheren Kosten verdauen zu müssen. „Wir haben heuer richtig eingezahlt auf dieses Geschäftsmodell“, resümiert Krammer. Der Deckungsbeitrag sei mit 322 Prozent negativ gewesen. Dass das Unternehmen dennoch zum Jahresende keine roten Zahlen schreiben werde, sei der stark wachsenden Kundenzahl zu verdanken. „Wir haben ein belastbares Geschäftsmodell“, sagt Krammer. „Aber unsere Wettbewerbsposition wird geschwächt.“

Während international tätige Telekoms die – laut Krammer zu hohen – Einkaufsgebühren etwa für ein Gigabyte Datenroaming von der linken in die rechte Tasche steckten, sei das für kleine Anbieter nicht möglich. Gemeinsam mit den österreichischen EU-Parlamentariern macht Krammer nun Druck, dass diese Abgeltungen auf die Höhe der inländischen sinken. Die von der EU fixierte schrittweise Senkung gehe angesichts der unerwarteten „Datenexplosion“ zu langsam.

Für die Schlacht in den nächsten Monaten rüstet sich HoT auch: Die 755.000 Kunden bekommen mehr Leistung fürs gleiche Geld. Claudia Haase

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