Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Börsengespräche

Rückenwind für Schwellenländer

So einen Boom hat es seit Jahren nicht mehr gegeben. Anleger kaufen derzeit Schwellenländer-Aktien und -Anleihen im großen Stil. So wurde 2017 ein Rekordvolumen von 110 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Und das scheint erst der Anfang des Aufschwungs zu sein. Experten gehen davon aus, dass die Erfolge von 2017 vom Jahr 2018 noch übertroffen werden. Profitieren dürften am meisten Aktien aus Lateinamerika, insbesondere aus Brasilien und Argentinien.

Schwellenländer sorgen häufig für Negativschlagzeilen: politische Instabilität – nicht selten verursacht durch selbstherrliche Autokraten, immens hohe Staatsverschuldung und Korruption. Und auch wenn die politischen Krisen nicht immer hausgemacht sind – siehe den schwelenden Konflikt zwischen Nordkorea und den USA – sorgen sie doch für Aufregung bei den Investoren. Im Schatten der diversen Krisen entwickelte sich zuletzt jedoch viel Gutes für diese Länder auf der Schwelle zu Industriestaaten. Abzulesen ist das auch am Aktienindex MSCI Emerging Markets, der seit Jahresbeginn stärker an Wert zugelegt hat als der Dax und der Dow Jones.

Betreibt man Ursachenforschung, stößt man auf mehrere Auslöser des Booms. Zum einen sind da jene risikobereiten Investoren, die im Niedrigzinsniveau auf der Suche nach besseren Renditen in den Emerging Markets fündig geworden sind. Zum anderen spielt auch die globale wirtschaftliche Erholung den Schwellenländern in die Tasche, indem sie deren Exportwirtschaft ankurbelt. Aber auch sinkende Staatsschulden, konstruktive Wirtschaftsreformen und erhöhter privater Konsum tragen zum Erfolg bei. Förderlich ist natürlich auch der Umstand, dass die Zentralbanken nach wie vor auf expansive geldpolitische Maßnahmen setzen und weitere Zinssenkungen für 2018 zu erwarten sind.

Aktuell scheint die Zuckerbrot-und-Peitsche-Strategie der Trump-Administration die Hauptbedrohung der globalen finanziellen Stabilität zu sein, insbesondere, weil sie mehr auf Peitsche und weniger auf Zuckerbrot setzt. Die US-Regierung geizt nicht mit Sanktionen, von denen aktuell Russland, Venezuela, Iran und Nordkorea betroffen sind, und neigt zu einer leichteren Hand bei der Verhängung von protektionistischen Maßnahmen. Immerhin gibt es bei der NAFTA einen zarten Silberstreifen am Horizont. Denn die letztendliche Entscheidung könnte dem Kongress zufallen. Mexiko dürfte dann aufatmen, denn ein Austritt der Vereinigten Staaten aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen könnte den südlichen Nachbarn 0,6 Prozent seines BIP kosten.

China dominiert die Risikodiskussion zwar nicht, allerdings bestehen Befürchtungen, dass der rote Riese die Wachstumsprognosen nicht erfüllen könnte. Darüber hinaus könnten Sanktionen seitens der USA gegenüber chinesischen Banken, die mit Nordkorea in Geschäftsbeziehung stehen, Geldabflüsse zur Folge haben. So wartet die Welt gespannt auf Donald Trumps China-Staatsbesuch im kommenden Dezember.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.