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Börsengespräche

Wird Chinas Währung salonfähig?

Es ist genau ein Jahr her, dass der internationale Währungsfonds die chinesische Währung Renminbi (RMB) zur internationalen Reservewährung neben dem US-Dollar, dem Euro, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund aufgewertet hat. Laut dem jüngsten Bericht der People’s Bank of China nutzen heute mehr als 60 Länder und Regionen die neue Reservewährung. Gleichzeitig zeigt sich der Renminbi 2017 so stark wie schon länger nicht.

Allein die Europäische Zentralbank investierte in den ersten 6 Monaten des Jahres 500 Millionen Euro in die chinesische Währung, die dann anderslautend als „Yuan“ bezeichnet wird, wenn eine bestimmte Summe zu beziffern ist. Statistiken von SWIFT, der internationalen Transaktionsorganisation, belegen, dass immer mehr Finanzinstitute den Renminbi für globale Zahlungen verwenden. Immerhin liegt er mit einem Marktanteil von rund 1,9 Prozent mittlerweile auf Platz sechs der meistbenutzten Währungen.

Es geht steil bergauf. Die momentane Stärke des Renminbi ist, neben der allgemeinen US-Dollar-Schwäche und einem verbesserten Ausblick für die chinesische Wirtschaft, laut Expertenmeinung vor allem Folge staatlicher Eingriffe seitens der chinesischen Regierung. Beginnend mit der zweiten Jahreshälfte 2016 setzten die chinesischen Behörden Schritte, um den RMB gegenüber dem USD zu stärken. Aufgrund dieser Veränderung in der Währungspolitik sehen sich Unternehmen und Einwohner Chinas mit schärferen Restriktionen bei der Konvertierung des RMB in andere Währungen konfrontiert.

Berichten zufolge richtete die chinesische Regierung das Ersuchen an im Staatsbesitz befindliche Unternehmen, ihre Devisenreserven in RMB zu tauschen. Im Mai 2017 adjustierte die People’s Bank of China (PBOC) die Formel zur Berechnung des täglichen RMB-Referenzzinssatzes. Es wurde ein „antizyklischer Adjustierungsfaktor“ eingeführt, welcher der Zentralbank mehr direkte Kontrolle über den Wert ihrer Währung gibt. Diese Schritte führten großteils zu der heurigen RMB-Rallye und verhalfen Chinas Währungsreserven zu siebenmonatigem ununterbrochenem Wachstum von Februar bis August.

Ob die Aufwertung des RMBs allerdings nachhaltig sein wird, wird klar von der Tendenz des US-Dollars und der chinesischen Währungspolitik abhängen. Sicher scheint jedoch, dass China einen exzessiven Wertanstieg, der sich auf die Exporte des Landes auswirken würde, unbedingt vermeiden möchte. Immerhin ergriff die chinesische Zentralbank schon am 8. September entsprechende Maßnahmen. Mit der Öffnung des chinesischen Finanzmarktes dürfte der RMB zu einer langfristig mehr durch Marktkräfte beeinflussten Währung werden. Auf kurze Sicht wird jedoch die chinesische Regierung weder exzessive Abwertungen noch Aufwertungen akzeptieren. Daher bleibt der Renminbi nach wie vor eindeutig eine staatlich regulierte Währung.

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