Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Niki-Kauf: Lufthansa beugt sich Kommission

Die Lufthansa bessert ihr Niki-Angebot nach. AFP / dpa / Marcel Kusch

Die Lufthansa bessert ihr Niki-Angebot nach.

 AFP / dpa / Marcel Kusch

EU-Kommission wollte Übernahme platzen lassen. Lufthansa macht Zugeständnisse und verzichtet auf wichtige Start- und Landerechte.

Im wettbewerbsrechtlichen Kampf um die Übernahme großer Teile der Air Berlin, vor allem deren Österreich-Tochter Niki, hat die AUA-Mutter Lufthansa weitgehende Zugeständnisse gemacht. Kurz vor Ablauf der Frist habe das Unternehmen der EU-Kommission angeboten, auf substanzielle Start- und Landerechte an großen Flughäfen zu verzichten. Dies sagte gestern eine mit dem Verfahren vertraute Person. Die Brüsseler Behörde bestätigte den Eingang der Vorschläge, mit denen die kartellrechtlichen Folgen der Übernahme gelindert werden sollen. Nähere Einzelheiten wollten beide Seiten nicht nennen.

Frist. Dem Vernehmen nach will die Lufthansa auf Slots der Air-Berlin-Tochter Niki etwa in Düsseldorf, Berlin oder Palma de Mallorca verzichten. Die Frist für eine Entscheidung verlängere sich damit nun bis zum 21. Dezember, teilte die Kommission mit. Der Frankfurter Dax-Konzern will mit den Teilgesellschaften LG Walter und Niki für 210 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil des Flugbetriebs von Air Berlin mit 81 Jets und den dazugehörigen Verkehrsrechten übernehmen.

Bis zur kartellrechtlichen Entscheidung der EU hält der Lufthansa-Konzern die Gesellschaften Niki und LG Walter vorläufig mit Millionenspritzen in der Luft, um die Flugrechte der beiden Air-Berlin-Töchter zu bewahren. Sollte die geplante Übernahme einer oder beider Gesellschaften scheitern, droht laut Lufthansa-Kreisen ein abrupter Zahlungsstopp.

Falls dann kein anderer Investor einspringen würde, müsste der Flugbetrieb umgehend aufgegeben werden. Auch der von Deutschland verbürgte KfW-Kredit über 150 Millionen Euro an die Air Berlin könnte dann wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden.

Monopolstellung. Die EU-Wettbewerbshüter sind bei Firmenzusammenschlüssen zuständig, wenn der Umsatz aller Beteilig­ten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt. Sie müssen unter anderem prüfen, ob durch die Übernahme in diesem Fall eine Monopolstellung der Lufthansa und möglicherweise schlechtere Bedingungen wie zum Beispiel höhere Preise für Flugreisende entstehen könnten.

Die Lufthansa hatte bis Mitternacht Zeit, den Bedenken entgegenzukommen. Zuletzt hatte sich abgezeichnet, dass die Kommission insbesondere die Übernahme des nicht insolventen Ferienfliegers Niki kritisch sieht.

Niki Lauda. An der österreichischen Gesellschaft hatten in den vergangenen Tagen die Konzerne Thomas Cook (Condor) und IAG (British Airways, Iberia, Vueling) wieder Interesse gezeigt, nachdem sie im Bieterverfahren der Air-Berlin-Insolvenzverwaltung zunächst nicht zum Zuge gekommen waren. Niki-Gründer Niki Lauda ist ebenfalls an Bord: „Mein Angebot zusammen mit Thomas Cook gilt nach wie vor“, sagte Lauda zuletzt dem „Handelsblatt“.

Die EU-Wettbewerbshüter können den Deal nun bis zum 21. Dezember – gegebenenfalls unter Auflagen – durchwinken oder aber eine vertiefte Prüfung einleiten. Dafür wären nochmals 90 Arbeitstage vorgesehen.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.