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Einwanderer als fleißige Firmengründer

Amara Sumah vor seinem Restaurant in Washington.AP (3)

Amara Sumah vor seinem Restaurant in Washington.
AP (3)

Mögliche Verschärfung der US-Einwanderungsgesetze könnte sich auf Zahl der Unternehmensgründungen auswirken.

Die US-Unternehmen Google, Tesla und PayPal haben etwas gemeinsam, das nichts mit ihrer Branchenzuordnung oder ihren Quartalszahlen zu tun hat: Ihre Gründung geht auf Einwanderer zurück. Google wurde von Sergey Brin mitgegründet, einem gebürtigen Russen. Der in Südafrika geborene Elon Musk ist für Tesla verantwortlich, den Hersteller von Elektroautos. Drei Einwanderer – Peter Thiel aus Deutschland, Luke Nosek aus Polen und Max Levchin aus der Ukraine – gründeten PayPal.

Seit Langem ist zu beobachten, dass Einwanderer mit größerer Wahrscheinlichkeit den Traum vom Besitz einer eigenen Firma verwirklichen als gebürtige Amerikaner in den USA. Dass US-Präsident Donald Trump und Republikaner im Kongress versuchen, die Einwanderung zu beschränken, alarmiert Kritiker, die ausländische Newcomer als wichtige Quelle für Unternehmertum sehen.

„Es ist etwa doppelt so wahrscheinlich, dass Einwanderer neue Unternehmen gründen als Einheimische“, sagte Arnobio Morelix, Analyst der Kauffman Foundation, die sich für Unternehmertum starkmacht. Seitens der Stiftung heißt es, dass 2016 knapp 30 Prozent der neuen amerikanischen Unternehmen von Einwanderern der ersten Generation gegründet worden seien. 1996 seien es 13 Prozent gewesen.

Diese Entwicklung ist laut Analysten wichtiger geworden, da die Zahl neu gegründeter amerikanischer Unternehmen zurückgegangen ist – von durchschnittlich 524.000 pro Jahr im Zeitraum 2002 bis 2006 auf 414.000 im Jahr 2015. Eine Einwanderungsbeschränkung sende „ein sehr starkes negatives Signal an den Rest der Welt“, sagte John Dearie, Präsident des Zentrums für Amerikanisches Unternehmertum, einer Gruppe, die sich für Einwanderung einsetzt.

Reinigung. Es gibt neben Großfirmen auch kleinere Betriebe, die von Einwanderern aus der Taufe gehoben worden sind, zum Beispiel indische Hotels, koreanische Lebensmittelgeschäfte und griechische Diner. In Pittsburgh gründeten die kenianischen Einwanderinnen Lavender Wachira und May Lebo vor fünf Jahren ein Reinigungsunternehmen. Dazu wurden weniger als 500 Dollar investiert. Die beiden, die sich als Hochschulstudentinnen kennenlernten, möchten Personen einstellen, die sich um Marketing, Buchhaltung und andere Verwaltungsaufgaben kümmern, die sie derzeit selbst übernehmen.

Dass Einwanderer in den USA zu Unternehmensgründern werden, hat zum Teil damit zu tun, dass sie keine Arbeit finden können, für die sie auf dem Papier die nötigen Qualifikationen haben. Einige US-Arbeitgeber wissen nicht, wie sie ein Hochschuldiplom aus Indien oder Berufserfahrung in Litauen einstufen sollen. Also tendieren sie dazu, in den USA geborene Bewerber mit Qualifikationen vorzuziehen, die sie verstehen.

Amara und Isata Sumah bieten seit einem Vierteljahrhundert westafrikanische Gerichte in ihrem Restaurant im Nordwesten der Hauptstadt Washington an. Das verheiratete Duo arbeitet täglich 12 bis 14 Stunden im Sumah’s West African Restaurant & Carry Out. Sie hätten genug Geld gespart, um ein Haus in den Vororten zu kaufen und zwei Töchtern ein Hochschulstudium zu finanzieren, sagen sie. Das Restaurant liegt gegenüber der Wohnung mit einer Monatsmiete von 100 Dollar. Amara hatte diese gemietet, als er nach Amerika kam, in Hotelrestaurants arbeitete und ein Taxi fuhr, um über die Runden zu kommen.

„Wenn du hart arbeitest, kannst du dich und deine Familie unterstützen“, meinte Amara, der das genaue Datum weiß, an dem er ohne Geld und verarmt aus Sierra Leone in Washington eintraf: 28. November 1978. „Du kannst ein besseres Leben für dich und deine Kinder schaffen.“

<p class="caption">Google-Mitbegründer Sergey Brin stammt aus Russland.</p>

Google-Mitbegründer Sergey Brin stammt aus Russland.

<p class="caption">In dem Lokal werden Gerichte aus Westafrika angeboten.</p>

In dem Lokal werden Gerichte aus Westafrika angeboten.

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