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VW baut für E-Autos bis 2022 16 Fabriken

VW-Konzernchef Matthias Müller (links) und Finanzvorstand Frank Witter in Berlin. 

VW-Konzernchef Matthias Müller (links) und Finanzvorstand Frank Witter in Berlin. 

Dieselkrise hinterlässt keine Bremsspur: 2017 glänzt VW mit Rekordzahlen. Konzernchef Müller prophezeit Diesel eine „Renaissance“.

Von Uwe Sommersguter, Berlin

In nur vier Jahren will VW an 16 Standorten weltweit batteriebetriebene Fahrzeuge produzieren und somit die konzerneigene „Roadmap E“ in die Realität umsetzen. Aktuell werden E-Fahrzeuge erst an drei Standorten produziert, in zwei Jahren sollen schon weitere neun Werke umgerüstet sein.

Um die Kapazitäten zu sichern, werden Partnerschaften mit Batterieherstellern in Eu­ropa und China abgeschlossen, bisher mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro. Ziel sei es, so Konzernchef Matthias Müller bei der Jahrespressekonferenz des Volkswagen-Konzerns in Berlin, bis zum Jahr 2025 drei Millionen E-Autos zu bauen. 34 Milliarden Euro sollen bis Ende 2022 in die E-Flotte von VW fließen. Ab 2019 werden quasi im Monatsrhythmus neue E-Modelle präsentiert. „Über alle Marken und Modelle hinweg wollen wir die weltweit größte Elektro-Flotte auf die Straße gebracht haben“, sagte Müller.

Neue Generation. Das sei aber nicht die Abkehr von konventionellen Verbrennungsmotoren: „Der moderne Dieselantrieb ist Teil der Lösung, nicht des Problems“, meinte Müller. 20 Milliarden Euro fließen noch heuer in die konventionellen Antriebstechnologien. Bis 2022 werden es über 90 Milliarden Euro sein. „Der Diesel wird eine Renaissance erfahren“, gab sich Müller vor internationalen Medien überzeugt. 2019 komme eine neue Generation von Verbrennungsmotoren auf den Markt.

Die Überwindung von „Dieselgate“ („unser schwerster Rückschlag“) steht nach wie vor im Zentrum. Zwar wurden bereits mehr als 80 Prozent der Schwindel-Fahrzeuge weltweit umgerüstet, doch 30 Monate nach Ausbruch der Krise gebe es juristisch weiter viele Unwägbarkeiten. „Die Staatsanwälte lassen sich mehr Zeit, als wir uns wünschen“, sagte Müller. Die Folgen der in Deutschland drohenden Fahrverbote für Diesel-Pkw seien „nicht absehbar“, man hoffe, dass „die Situation nicht weiter eskaliert“.

Von Hardwarenachrüstungen hält Müller nichts: Diese stünden erst in zwei bis drei Jahren zur Verfügung und wären „eine Operation am offenen Herzen“.

Autonomes Fahren wird im VW-Konzern weiter forciert. Der vollautonome „Sedric“ soll bei einer der Konzernmarken zur Serienreife weiterentwickelt werden. Bis dahin werden allerdings noch Jahre vergehen.

Rekordwerte. Für den technologischen Wandel sieht man sich im VW-Konzern gerüstet: Trotz Milliarden-Aufwendungen zur Bewältigung der Dieselkrise erreichten nahezu alle Kennzahlen Rekordwerte. Mit 10,7 Millionen Fahrzeugen wurden 230 Milliarden Euro umgesetzt (+6,2 Prozent), der Gewinn nach Steuern verdoppelte sich auf 11,4 Milliarden Euro. Absatzsteigerungen gab es in allen Märkten, allein in China wurden 4,2 Millionen Autos abgesetzt. Trumps Steuerreform brachte VW einmalig eine Milliarde Euro extra ein, sagt Finanzvorstand Frank Witter. Die Dividende wird für 2017 auf knapp vier Euro je Aktie fast verdoppelt.

Die Dieselkrise belastete VW 2016 bilanziell noch mit 6,4 Milliarden Euro, 2017 „nur“ mehr mit 3,2 Milliarden für Rückkauf- bzw. Nachrüstprogramme in den USA sowie Rechtsrisiken.

Für 2018 kündigt der VW-Konzern 80 Neuheiten wie ein Audi-Q8-Modell an und rechnet mit einem Umsatz- und Ergebniswachstum von je zumindest fünf Prozent. Neue große Herausforderung für heuer: Die Umstellung der Verbrauchsangaben auf die WLTP-Norm. „Das birgt immense Unsicherheiten für uns“, warnt Witter. Und bringt den Konsumenten realistischere Werte.

<p class="caption">Bild oben: Der autonom fahrende „Sedric“-Bus von VW soll 2021 „eingeschult“ werden. Unten: Nach Abgasversuchen mit Affen durchleuchtet VW Projekte ethisch. AP (1) /APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (2)</p>

Bild oben: Der autonom fahrende „Sedric“-Bus von VW soll 2021 „eingeschult“ werden. Unten: Nach Abgasversuchen mit Affen durchleuchtet VW Projekte ethisch. AP (1) /APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (2)

<p class="caption">Bild oben: Der autonom fahrende „Sedric“-Bus von VW soll 2021 „eingeschult“ werden. Unten: Nach Abgasversuchen mit Affen durchleuchtet VW Projekte ethisch. AP (1) /APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (2)</p>

Bild oben: Der autonom fahrende „Sedric“-Bus von VW soll 2021 „eingeschult“ werden. Unten: Nach Abgasversuchen mit Affen durchleuchtet VW Projekte ethisch. AP (1) /APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (2)

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