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Börsengespräche

Diskussion um US-Strafzölle

Die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, Importzölle auf Stahl und Aluminium von 25 Prozent beziehungsweise zehn Prozent einzuheben, hat Wellen geschlagen. Hätte dadurch das günstige volkswirtschaftliche Umfeld mit der aktuellen Boom-Phase, niedriger Inflation und gradueller Reduktion der stark unterstützenden Notenbankpolitik umgestoßen werden können?

Schon während des Wahlkampfes hatte sich Trump gegen den freien Welthandel ausgesprochen – Stichwort „America First“. Seine wichtigsten Argumente waren dabei das generell schlechte Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten und das unfaire Vorgehen einiger Handelspartner, namentlich China. Denn der rote Riese hat über Jahre staatlich gestützt den Weltmarkt mit Gütern geflutet. Darüber hinaus sieht der umstrittene US-Präsident wenig Sinn in internationalen Organisationen und multilateralen Verträgen.

Der US-Präsident punktet mit seinen protektionistischen Maßnahmen innenpolitisch, verstört aber empfindlich die internationale Staatengemeinschaft. Zwar erlaubt die WTO in bestimmten Fällen die Einhebung von Schutzzöllen. Von einer Gefährdung für die nationale Sicherheit, die die US-Regierung als Grund angegeben hat, kann aber nicht gesprochen werden, zumal die überwiegende Mehrheit der Importe von Stahl und Aluminium aus befreundeten Staaten, teilweise sogar von NATO-Mitgliedern erfolgt. Eskaliert das Treiben und kämen auch andere Staaten auf die Idee, aus Gründen der nationalen Sicherheit wieder Zölle auf Güter einzuheben, würde das nicht nur das gesamte WTO-Regelwerk infrage stellen, sondern hätte auch weitreichende Folgen für die Wirtschaft – auch in den USA: Natürlich, kurzfristig ist den Stahl- und Aluminium-Produzenten im US-Inland dadurch geholfen. Aber zu einem bestimmten Teil werden die Importpreise bzw. die Kosten für andere ­Unternehmen, die Stahl und Aluminium verarbeiten, ansteigen. Das geht wiederum zulasten der Unternehmensgewinne. Teilweise steigen dadurch auch die Konsumentenpreise an. Und weil die Erträge der Unternehmen beziehungsweise die Einkommen der Konsumenten nicht im selben Ausmaß ansteigen, sinkt das verfügbare Einkommen. Das Wirtschaftswachstum wird gedämpft. Das Ergebnis: ein höheres Preis- und ein niedrigeres Produktionsniveau.

Bemerkenswert ist auch, dass die angedrohten Maßnahmen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nicht relevant wären. So betrug die Summe der produzierten Güter und Dienstleistungen im vergangenen Jahr rund 19.738 Milliarden US-Dollar. Die Stahl- und Aluminium-Industrie trägt aber nur rund 0,3 Prozent zum BIP bei. Da die NAFTA-Partner Kanada und Mexiko sowie Australien zumindest temporär von den Zöllen ausgenommen sind, verringern sich diese Werte nochmals.

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