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EPU weiterhin auf dem Vormarsch

Ein-Personen-Unternehmen können sich die Zeit flexibel einteilen. Allerdings sollten sie auch darauf achten, dass ihre Work-Life-Balance passt.  Shutterstock

Ein-Personen-Unternehmen können sich die Zeit flexibel einteilen. Allerdings sollten sie auch darauf achten, dass ihre Work-Life-Balance passt.  Shutterstock

Flexible Zeiteinteilung, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung als wichtige Motive zur Unternehmensgründung.

Stärker denn je prägen Ein-Personen-Unternehmen (EPU) das Bild der Unternehmenslandschaft in Vorarlberg. Mehr als 12.000 Unternehmen im Land sind sogenannte EPU. Also Unternehmen, die nur aus der Person des Gewerbeinhabers selbst bestehen und ohne Mitarbeiter tätig sind. Auch wenn es schon immer einen beachtlichen Anteil an EPU gegeben hat, zeigt sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich, dass die Arbeitsform dem Zeitgeist entspricht. Vor allem die kleine Unternehmensgröße bietet gute Chancen, sich Marktnischen zu suchen und mit Spezialisierung erfolgreich zu sein, ist die EPU-Sprecherin der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Susanne Rauch-Zehetner, überzeugt. „Wirtschaft und Gesellschaft organisieren sich verstärkt in flexiblen Netzwerken, dafür ist Beweglichkeit erforderlich. EPU können diesen Wandel optimal nutzen“, ist Rauch-Zehetner überzeugt.

Alle Branchen. EPU finden sich in allen Branchen. Insbesondere im Gewerbe und Handwerk, im Handel und in wissensbasierten und kreativen Dienstleistungsbranchen sind sie besonders stark vertreten. Drei Viertel aller Unternehmer übt die selbstständige Tätigkeit hauptberuflich aus. Flexible Zeiteinteilung, Unabhängigkeit und die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, sind die häufigsten Motive für die Gründung.

„EPU haben eines gemeinsam: Unternehmergeist und die Courage, ihre wirtschaftlichen Geschicke selbst in die Hand zu nehmen“, betont Rauch-Zehetner. Die EPU-Sprecherin weiß, wovon sie spricht. Als Akademischer Mentalcoach hat sie vor 19 Jahren selbst ein Unternehmen gegründet und sich auf Führungskräfte, Unternehmer und Leistungssportler konzentriert. Mit mentalen Beratungsansätzen unterstützt sie diese dabei, ihre persönlichen Ressourcen zu entwickeln und im positiven Sinne Grenzen zu überwinden. „Ein wesentlicher Vorteil meiner selbstständigen Tätigkeit war zu Beginn die Flexibilität, die mir die Möglichkeit gegeben hat, Kind, Familie und Beruf erfolgreich zu managen.“

Aber: Kein Vorteil ohne Nachteil. Arbeit und Freizeit verschmelzen auch für viele EPU. Moderne Kommunikationsmöglichkeiten und ein hoher Grad an Vernetzung bringen den Effekt mit sich, praktisch rund um die Uhr erreichbar zu sein. Hier geht es den Betroffenen aber nicht anders als Topmanagern: Sie müssen sich aktiv mit ihrer Work-Life-Balance beschäftigen und ausreichend Freiräume schaffen, um abzuschalten und den Kopf für neue Ideen und Innovationen freizumachen.

Wachstum. Und wie sieht es mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Ein-Personen-Unternehmen aus? Natürlich steht der finanzielle Erfolg der Firma im Fokus, sagt Susanne Rauch-Zehetner, die sich über jedes EPU freut, das wächst und in dem Arbeitsplätze geschaffen werden. Wachstum lässt sich jedoch nicht ausschließlich am Mitarbeiterstand messen. Wachstum gibt es auch in Bezug auf qualitative Faktoren, die sich in besonders interessanten Kunden und Projekten ausdrücken oder in Innovationen, die im Netzwerk mit anderen Kleinstunternehmen entwickelt werden.

Außer in der Mitarbeiteranzahl unterscheiden sich EPU nicht von Arbeitgeberbetrieben. Allerdings stehen die Protagonisten bei Krankheit oder einem Unfall vor einer besonders großen Herausforderung. Wenn der Unternehmer krank ist, steht der Betrieb still. Während die Fixkosten bleiben, entfallen die Einnahmen und es besteht die Gefahr, dass Kunden abspringen.

Absicherung. Obwohl Öster­reich im europäischen Vergleich eines der besten Netze an sozialer Absicherung auch für Selbstständige hat, sind EPU gefordert, eigenverantwortlich ihre Risikoabsicherung zu ergänzen. Auf diese Weise ist im Falle des Falles nicht auch noch die finanzielle Sicherheit bedroht. Seit einigen Jahren gibt es bei langen Krankheiten (mehr als sechs Wochen Krankenstand) auch für Selbstständige ein Krankengeld, erklärt Rauch-Zehetner.

Als interessenpolitischen Erfolg der Wirtschaftskammer für EPU führt sie unter anderem die ab Juli 2018 geltende Verbesserung beim Krankengeld für Selbstständige, das künftig auch rückwirkend für die ersten Krankheitswochen ausbezahlt wird, an. In einem nächsten Schritt will die Sprecherin der EPU in Vorarlberg die Höhe des Krankengeldes verbessert sehen, so dass es den tatsächlichen Einkommensverlust möglichst genau kompensiert.

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