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Börsengespräche

Notenbankpolitik verschärft

Die wichtigste Zentralbank der Welt, die Federal Reserve (kurz Fed) in den USA, hat am 21. März ihren Leitzinssatz angehoben – die erste der drei für 2018 angekündigten Leitzins-Korrekturen nach oben. Zudem wurden Prognosen für die volkswirtschaftlichen Kenngrößen veröffentlicht. Auch wenn das nicht besonders spannend klingt, sind die Folgen für die Märkte bedeutsam.

Die Zinsanhebung lief wie erwartet. Die Spanne für den Leitzinssatz liegt nun um 0,25 Prozentpunkte höher, nämlich bei 1,50 bis 1,75 Prozent. Das gab die Behörde nach der ers­ten Sitzung unter der Führung des neuen Notenbank-Chefs Jerome Powell bekannt. Powell, Wunschkandidat Donald Trumps für die Nachfolge von Janet Yellen, überraschte viele mit der Fortsetzung des moderaten Kurses seiner Vorgängerin. Insider hatten ein viel aggressiveres Vorgehen erwartet. Die Federal Reserve kündigte an, ihren Straffungskurs für 2018 beizubehalten, stellte aber für 2019 nun drei statt der zwei angekündigten Zinsanhebungen in Aussicht.

Mit der Erhöhung der Leitzinsen normalisiert die Fed ihre Geldpolitik nun weiter, nachdem sie in den Jahren nach der Finanzkrise den Zinssatz extrem niedrig gehalten und zudem in großem Stil Staatsanleihen aufgekauft hat, um mehr Geld in Umlauf zu bringen. Aktuell läuft die Wirtschaft gut. Man spricht sogar von Vollbeschäftigung. Anfang Februar stiegen auch die US-Löhne wieder. Mit den Zinserhöhungen versucht die Notenbank aber auch, einer Konjunkturüberhitzung entgegenzuwirken, die von Trumps radikaler Steuerreform zusätzlich Schub erhält.

Die Notenbanker gehen davon aus, dass das US-Wirtschaftswachstum immer selbsttragender wird und die wirtschaftliche Boomphase anhält: So erwartet die Fed bis 2020 ein Wirtschaftswachstum, das über dem langfristig zu erwartenden Wert, dem Potentialwachstum, liegt. Auch was den Arbeitsmarkt anbelangt, wird bis Ende 2020 lediglich von 3,6 Prozent ausgegangen (aktuell 4,1 Prozent). Die Inflationsrate dürfte Schätzungen zufolge in den kommenden Monaten steigen und sich mittelfristig beim Zielwert von zwei Prozent einpendeln.

Was die Zinslandschaft in Europa angeht, so sieht die Lage ganz anders aus. Vorerst erwarten Experten nicht, dass die Europäische Zentralbank dem US-Beispiel folgt und die lockere Geldpolitik aufgibt. Grund dafür ist vermutlich in der Tatsache zu suchen, dass die Arbeitslosigkeit im Vereinten Europa nur allmählich zurückgeht. Ein Anstieg der Inflationsrate scheint hier noch nicht in Sicht.

Gleich nach der Fed-Ankündigung fielen der Dow Jones und der Nasdaq ins Minus. Am deutlichsten reagierte aber der Anleihenmarkt mit einem Anstieg der Renditen für kurzfristige US-amerikanische Staatsanleihen. Dennoch ist davon auszugehen, dass das Leitzinsniveau noch für einige Quartale unterstützend für die risikobehafteten Wertpapierklassen bleibt.

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