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Kampf gegen illegale Plantagen

Die Bohnen werden in die ganze Welt exportiert.

Die Bohnen werden in die ganze Welt exportiert.

An der Elfenbeinküste werden Nationalparks abgeholzt und durch Kakao-Pflanzungen ersetzt. Schokoladenhersteller und Umweltschützer gehen dagegen vor.

Die ivorischen Parkranger müssen nicht lange suchen, bis sie im Regenwald fündig werden. Im Mont-Péko-Nationalpark der Elfenbein­küste, einem Rückzugsgebiet für gefährdete Schimpansen und Zwergflusspferde, sprießen illegal gepflanzte Kakaobäume. Die Ranger schlagen mit ihren ­Macheten zu und beseitigen die Gehölze. Die Verantwortlichen der Elfenbeinküste, dem größten Kakao-Produzenten der Welt, führen einen Feldzug gegen illegale Plantagen in ihren Regenwäldern. Die Ranger sind dabei gewissermaßen die Fußtruppen, mächtige Verbündete sind die Nahrungsmittelgiganten Nestlé, Mars und Hershey sowie Ghana, der zweitgrößte Hersteller der Hauptzutat für Schokolade. Sie alle haben es sich zum Ziel gesetzt, illegalen Abholzungen in Westafrika gemeinsam ein Ende zu setzen.

Transparenz. Das im vergangenen Jahr geschlossene Bündnis sei ein Meilenstein und eine wichtige Leistung für die Umwelt, sagte damals Richard Scobey, der Präsident der World Cocoa Foundation, einer Non-Profit-Organisation zur weltweiten Unterstützung von Kakao-Bauern. Schokoladenhersteller sollten ihren Kunden zusichern, dass sie ruhigen Gewissens naschen können, ohne damit zum Tod von Schimpansen und Elefanten beizutragen, sagt Etelle Higonnet von der Umweltgruppe Mighty Earth. „Her mit völliger Transparenz – vom Schokoriegel in deiner Hand oder dem Nesquik, den du trinkst oder der Nutella, die du auf dein Brot schmierst – bis zum Bauernhof“, führt sie aus.

In einer Mighty-Earth-Untersuchung wurde 2017 herausgefunden, dass viele Nationalparks und Schutzgebiete in der Elfenbeinküste vollständig oder fast vollständig abgeholzt und durch Kakao-Pflanzungen ersetzt worden sind. Zu ihnen gehört der Mont-Péko-Nationalpark. Die Ranger dort kämen nur langsam gegen die verbotenen Anpflanzungen voran, berichtet Kpolo Ouattara vom ivorischen Nationalparkbüro. „Schätzungsweise sind mehr als 800 Hektar Kakaobäume gefällt worden“, sagt er. „Verglichen mit den 34.000 Hektar Gesamtfläche des Parks ist das sehr wenig.“

Sicherheitskräfte. Die Elfenbeinküste hat erst Jahre voll tödlicher politischer Gewalt hinter sich. Die Regierung ist sich der Gefahr von Spannungen bewusst. Trotzdem setzt sie Sicherheitskräfte ein, um Tausende illegaler Kakao-Bauern aus den Nationalparks zu vertreiben. Einige schleichen sich dennoch zurück, um tief im Wald versteckte Pflanzungen abzuernten, heißt es seitens der Behörden.

Er verstehe ja, dass die Regierung etwas unternehmen wolle, sagt Kakao-Bauer Djaka Issa Ouattara. Überrascht habe sie ihn auch nicht. „Als wir in das Gebiet eindrangen, war uns völlig klar, dass (der Wald) Teil des Nationalerbes ist“, sagt er.

Beobachter fürchten allerdings, dass mancher lokale Händler beide Augen zudrückt und auch illegal angebauten Kakao auf den Weltmarkt verkauft. „Wir können uns nicht mit einem Wohlfühl-Luxusprodukt verwöhnen – auf Kosten eines Großteils des tropischen Regenwaldes“, mahnt Umweltschützerin Higonnet.

Scobey rät, wer Schokolade liebe, solle sich an Marken halten, deren Hersteller sich verpflichtet haben, internationale Standards einzuhalten. Auf den Webseiten der Produzenten könne geprüft werden, welche Verpflichtungen diese in Sachen Umwelt und Menschenrechte eingegangen sind.

<p class="caption">Kakao ist die Hauptzutat bei der Erzeugung von Schokolade.</p>

Kakao ist die Hauptzutat bei der Erzeugung von Schokolade.

<p class="caption">Die Elfenbeinküste ist der größte Kakao-Produzent der Welt.  AP (2), Reuters</p>

Die Elfenbeinküste ist der größte Kakao-Produzent der Welt.  AP (2), Reuters

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