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Bedenken wegen Voice- Banking

Gareth Gaston berichtet von den Möglichkeiten des Sprachbankings.AP (3)

Gareth Gaston berichtet von den Möglichkeiten des Sprachbankings.
AP (3)

Digitale Sprach­assistenten sollen künftig auch bei den Finanzen helfen. ­Experten warnen.

Das Bankgeschäft per Mausklick war gestern. Schon bald dürfte ein Sprachbefehl genügen, um die Miete zu überweisen oder den Pizzaboten zu bezahlen. In den USA sind einfache Funktionen des Voice-Bankings bereits gang und gäbe. Auch in Deutschland kündigen Banken Vorstöße in diese Richtung an. Doch wie sicher sind die neuen Systeme?

Ob Amazons Alexa, Apples Siri oder der Assistant von Google – in vielen Haushalten haben die digitalen Sprachassistenten längst ihren festen Platz. Solange es nur darum geht, sie nach den Wetteraussichten zu fragen oder sie zum Abspielen einer bestimmten Musik aufzufordern, dürfte ihre Nutzung auch relativ unbedenklich sein. Was aber, wenn vertrauliche Daten zum falschen Zeitpunkt per Lautsprecher offenbart werden? Oder gar ein Hacker mithört?

Die Technik ist recht jung. Daher hat sie durchaus noch ihre Schwachstellen und ist anfällig für Missbrauch. Trotzdem wird sie in den USA immer beliebter. Die dortige Verbreitung von Online-Bezahldiensten wie Zelle trägt wesentlich dazu bei. Den Vorteil sehen viele Amerikaner vor allem in der Bequemlichkeit.

Aktive Bewerbung. Das Finanzinstitut U.S. Bank brachte Anfang März zunächst Dienste per Siri und dem Assistant auf den Markt. Inzwischen ist die primär im regionalen Geschäft tätige Bank als erste mit allen drei großen Anbietern von Sprachassistenten vernetzt. Vor einigen Wochen wurde mit der aktiven Bewerbung der neuen Optionen begonnen. Mit Alexa können Kunden auch bei den Kreditkartenunternehmen Capital One und American Express bereits ihren Kontostand abfragen und Rechnungen bezahlen. Eine ganze Reihe kleinerer Institute bietet ebenfalls Dienste per Alexa sowie dem Assistant an.

„Wir wollen auf bestmögliche Art für unsere Kunden da sein“, sagt Gareth Gaston, der bei der U.S. Bank für den Bereich Omnichannel-Banking zuständig ist. Bislang sind die Funktionen relativ streng begrenzt. Neben bank­internen Transfers per Sprachsteuerung können Kunden Alexa oder Google etwa nach den Fristen von Rechnungen fragen. An externe Konten könne bisher kein Geld überwiesen werden, sagt Gaston. Für die Zukunft werde auch dies aber in Erwägung gezogen.

Pin-Zahl. Bei den digitalen Assistenten von Google und Amazon müssen die Nutzer zunächst eine sichere Verbindung mit den Systemen ihrer jeweiligen Bank herstellen. Alle Geldinstitute setzen dabei auf eine vierstellige Pin-Nummer, die sich von derjenigen der zum Konto gehörenden Karte unterscheidet. Nur wenn diese korrekt übermittelt wird, können Bankdaten per Lautsprecher aufgesagt werden.

Bei Siri von Apple ist der Zugang noch weiter eingeschränkt. Hier werden Kontodaten nur auf einem Bildschirm angezeigt – und Funktionen wie das Bezahlen von Rechnungen sind gar nicht erlaubt. Banken können Siri zwar in ihre Apps für iPhones und iPads integrieren. Der zu Beginn dieses Jahres auf den Markt gebrachte smarte Lautsprecher Homepod akzeptiert derzeit aber keine Sprachbefehle zu Finanzgeschäften. Eine Sprecherin des Unternehmens wollte auf Anfrage nicht sagen, ob eine solche Funktion für die Zukunft geplant ist.

Der Google-Assistant bietet noch den zusätzlichen Schutz einer Stimmen-Erkennung. Bei dem Angebot der U.S. Bank etwa wird diese aber bisher gar nicht genutzt. IT-Experten warnen derweil, dass die Technik ohnehin keine allzu hohe Sicherheit biete. „Die Stimmen von Nutzern können aufgezeichnet und bearbeitet und dann einem digitalen Assistenten vorgespielt werden“, sagt Kurt Baumgartner vom Software-Unternehmen Kaspersky Lab.

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Google Home (oben) und Amazon Echo können bei der U.S. Bank genutzt werden.

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