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Börsengespräche

Fußballfieber und keine Besserung

König Fußball regiert noch bis zur Monatsmitte die Welt. Die bislang teuerste WM aller Zeiten dürfte jedoch wirtschaftlich nicht wirklich lange nachhallen. Einige Ökonomen sehen in den für die Vorbereitung des Turniers investierten rund zwölf Milliarden Euro bereits den wirtschaftlichen WM-Effekt, dem nicht mehr viel folgen wird.

Profitiert haben davon vor allem die russischen Baukonzerne, die Infrastruktur errichtet und modernisiert haben. Immerhin hätten die Investitionen seit 2013 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um ein Prozent erhöht, so Vizepräsident Dworkowitsch. Die russische Wirtschaft, die in den Jahren 2015/16 durch eine Rezession ging, hatte dringend Anschub notwendig. Prognosen stellen für heuer und fürs nächste Jahr ein Wachstum um etwa 1,8 Prozent in Aussicht. Während eine Reihe von Schwellenmärkten vom Anstieg der US-Dollar-Zinsen und des US-Dollars negativ betroffen ist, scheint Russland diesbezüglich besser gewappnet. Das Land weist einen Leistungsbilanzüberschuss und ein praktisch ausgeglichenes Budget auf. Die Gesamtverschuldung ist in den vergangenen Jahren tendenziell geschrumpft, und die Staatsverschuldung liegt bei lediglich 17,5 Prozent des BIP.

Die aktuell soliden makroökonomischen Zahlen dürfen jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die längerfristige Wachstumsdynamik der russischen Wirtschaft gedämpft ist. Die prognostizierten Wachstumszahlen fallen nur etwa halb so hoch wie das globale Wachstum aus. Damit wäre das Wachstum deutlich niedriger als in den Jahren vor der Finanzkrise, als sich Russland noch auf der Überholspur befand. Und ob sich während der „Amtszeit Putin 4.0“ daran etwas ändert, erscheint fraglich.

Anzeichen einer Lockerung des westlichen Sanktionsregimes gibt es nicht. Im Gegenteil: Die USA haben neue Restriktionen gesetzt, die unter anderem eine neuerliche Abschwächung der russischen Währung bewirkten. Bisher wurden die negativen Folgen der Sanktionen von den Schwankungen des Erdölpreises und anderer Rohstoffpreise überlagert. Aus Investoren-Sicht ist vor allem die letzte Runde der US-Sanktionen negativ zu beurteilen. Zum ersten Mal gerieten börsennotierte Unternehmen einschließlich ihrer internationalen Operationen direkt ins Visier der Politik.

Die Aussichten für den russischen Aktienmarkt sind tendenziell positiv. Der Markt ist mit einen Kursgewinnverhältnis von zirka 6x auf Basis der erwarteten Gewinne günstig bewertet. Der Bewertungsabschlag zu anderen Schwellenländern liegt deutlich über 40 Prozent. Hinzu kommt, dass der russische Aktienmarkt eine Dividendenrendite von über sechs Prozent bietet, die sowohl auf Basis der Gewinnprognosen als auch der absehbaren Ausschüttungspolitik gut abgesichert scheint. Beachten Sie jedoch unbedingt, dass Wertpapierinvestments generell erheblichen Schwankungen unterliegen und Kapitalverluste möglich sind.

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