Wirtschaft

Führerschein soll als App aufs Handy

21.10.2020 • 13:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Mobiltelefon scannt einen österreichischen Führerschein mit Anyline-Technologie
Ein Mobiltelefon scannt einen österreichischen Führerschein mit Anyline-Technologie Anyline

Regierung will digitale Verwaltungsreform umsetzen.

Die türkis-grüne Bundesregierung verzichtet nach Firmenübergaben zwei Jahre lang weitgehend auf behördliche Kontrollen. „Es braucht weniger Bürokratie“, sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Mittwoch nach dem Ministerrat. Diese sogenannte „grace period“ war zwischen ÖVP und Grünen schon im Regierungsprogramm paktiert. Nun sollen die notwendigen Änderungen im Gewerbe- und Arbeitsrecht sowie in der Abgabenordnung umgesetzt werden.

Schramböck kündigte auch Investitionen in Digitalisierung an. Als Projekte nannte sie das Cloud-Rechenzentrum von Microsoft in Österreich, die Weiterentwicklung des Digitalen Amts sowie eine 160 Millionen Euro schwere „digitale Verwaltungsreform“. Kommen sollen auch eine „e-ID“ und ein digitaler Führerschein am Handy statt in der Geldtasche.

Campus für Cybersecurity

In puncto Digitalisierung verwies Schramböck auch auf EU-Mittel aus dem Recovery Plan (600 Millionen Euro), die Investitionsprämie (600 Millionen Euro), den Bildungsbereich (235 Millionen Euro) sowie den Breitbandausbau (80 Millionen Euro). Weitere 40 Millionen Euro sollen in die Cybersicherheit fließen. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte dazu einen Campus für Internetexperten in seinem Ressort an, um die Beamten bis zur Polizeiinspektion zu schulen. Seit der Corona-Pandemie sei der Internetbetrug stark gestiegen, so der Minister.

Die Wirtschaftskammer begrüßte die „grace period“ als „bürokratische Verschnaufpause“. Allein 2019 seien und 6770 Unternehmen an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben worden. Ein wichtiger Aspekt sei, dass das Arbeitsinspektorat in der ersten Zeit nach einer Übernahme verstärkt auf das Prinzip „beraten statt strafen“ setzen soll, erklärte WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf per Aussendung.

Erleichterungen soll es unter anderem auch bei den sonst üblichen Verpflichtungen wie dem verbindlichen Vorlegen von Firmenbuchauszügen geben. Die Meldung neubestellter Sicherheitsvertrauenspersonen an das Arbeitsinspektorat kann ebenfalls unterbleiben, informierte die Wirtschaftskammer zu dem Vorhaben der Regierung.