Wirtschaft

6000 Geschäften in Österreich droht Aus

31.10.2020 • 12:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für den Textilhandel ist 2020 ein Katastrophenjahr
Für den Textilhandel ist 2020 ein Katastrophenjahr APA/Herbert Neubauer

Handelsbranche fordert , EU-Beihilferahmen voll auszuschöpfen.

Noch ist es ein Appell, eine Hoffnung, dass der Handel vom Lockdown diesmal verschont bleiben wird. Aber auch wenn Österreich den deutschen Weg wählt, sei es um die Branche schlecht bestellt: Rainer Will, Chef des Handelsverbandes, warnt davor, dass in Österreich 6000 Einzelhandelsgeschäfte vor dem Aus stehen. Das wären 14 Prozent aller 42.000 Händler – und ein weiterer Aderlass vor dem Hintergrund, dass deren Zahl seit 2010 bereits um 10.000 gesunken ist.

Corona hat tiefe Spuren hinterlassen (nicht im Lebensmittel- oder im Möbelhandel). „Es herrscht kein Klima der Zuversicht, es wird kein Stimmungsmanagement gemacht“, sagt Will. Das sei dringend erforderlich, um den Wirtschaftsprozess mit mehr als 600.000 Beschäftigten im heimischen Handel aufrechtzuerhalten.

Sparquote, Strukturwandel

„Die rapide angestiegene Sparquote von 8,3 auf 13,4 Prozent im Jahr 2020 ist stiller Zeuge dieser Entwicklung, die gemeinsam mit den bevorstehenden Umsatzeinbrüchen viele Arbeitsplätze gefährdet.“ Einer Umfrage von Handelsverband und Mindtake Research zufolge erleben 31 Prozent der Bevölkerung „heftige finanzielle Auswirkungen“. Das Onlinegeschäft könne den beschleunigten Strukturwandel nur zum Teil auffangen. Es drohe die Verödung von Innenstädten. Auch die Maskenpflicht – vom Handel mitgetragen – sorge für Rückgänge in den Geschäften: „Der stationäre Handel kann dadurch seinen Vorteil der persönlichen Beratung nicht ausspielen“, erklärt Will. Fazit: Den Betrieben müsse schnell geholfen werden.

Höhere Hilfen möglich

Gefordert wird, dass die Politik den kürzlich von der EU-Kommission veröffentlichten Rahmen für staatliche Beihilfen ausschöpft. Neben dem Fixkostenzuschuss seien auch Zuschüsse für Verluste bis zu drei Millionen Euro möglich, darüber hinaus könnten zur Kompensation von Schäden in besonders hart betroffenen Sektoren pro Unternehmen drei Millionen Euro gewährt werden. Notleidende Firmen bekämen bei einer Kombination dieser Hilfen deutlich mehr Geld zur Verfügung gestellt als durch den bisher diskutierten Fixkostenzuschuss II.

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