Wirtschaft

Internetkriminalität steigt rasant

15.12.2020 • 12:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Internetkriminalität steigt rasant

Cyberkriminalität verursacht in Österreich Schäden in Millionenhöhe.

Die Schäden, die durch Cyberattacken verursacht werden, nehmen immer stärker zu. Nicht immer steht man als Nutzer diesen Angriffen machtlos gegenüber. Eine im Mai publizierte marketagent-Umfrage im Auftrag von “Helvetia Österreich” hat beispielsweise ergeben, dass sich die Österreicher zu wenig vor Gefahren im Internet bzw. vor Cyberattacken schützen. Gemäß der Befragung von 500 Personen von 14 bis 75 Jahren hat mit 51 Prozent quasi nur die Hälfte der Befragten einen aktuellen Antivirenschutz. 55 Prozent versuchen, sichere Passwörter zu verwenden.

Knapp fünf Prozent schützen sich gar nicht und nur etwas mehr als drei Prozent der Befragten gaben an, eine Cyberversicherung zu haben. “Eine Cyberattacke kostet im Schnitt mehrere tausende Euro pro Schadensfall, was im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein kann”, wurde seitens der Helvetia Österreich gewarnt. Rund 40 Prozent der Befragten seien bereits selbst Opfer von Betrug im Internet geworden oder haben es in ihrem nahen Umfeld erlebt.

Tipps der Experten

Doch wie schützt man sich als Nutzer am effektivsten gegen Cyberangriffe? Einen guten Überblick über Präventionsmaßnahem gibt das Bundeskriminalamt, das auch ein eigenes “Cybercrime-Competence-Center” betreibt. Die wichtigsten Tipps der Profis im Überblick:

• Verwenden Sie bei der Wahl von Passwörtern Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben und wechseln sie Ihre Passwörter immer wieder.

• Benutzen Sie für Zahlungen im Internet ausschließlich sichere
Verbindungen (https://). Das öffentliche WLAN sollte für Zahlungen
keinesfalls verwendet werden.

• Gehen Sie sorgsam mit persönlichen Daten – ganz besonders
Kontodaten – um.

Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig.

• Ignorieren und löschen Sie E-Mails von Unbekannten und öffnen Sie in den Mails enthaltene Zip-Dateien und Links auf keinen Fall.

• Nutzen Sie kostenfreie Internetseiten, wie beispielsweise
www.watchlist-internet.at, auf welchen die bekanntesten Fake-Shops im
Internet angeführt werden.

Vertrauen Sie auf Ihren Hausverstand. Seien Sie besonders bei
Angeboten, die deutlich günstiger sind als im regulären Handel,
vorsichtig.

Alle Informationen zum Thema "Cybercrime"

Auf der Seite der offiziellen Meldestelle für Cybercrime des Bundeskriminalamts finden sich aktuelle Informationen zu Cybercrime und Kontaktdaten des “Cybercrime Competence Center”.

Hier gibt’s Erste Hilfe bei Cybercrime

Hier gibt’s den Überblick zu den “5 Grundregeln im Internet”

Die Wirtschaftskammer bietet für Unternehmen unter der Telefonnummer 0800/888 133 eine kostenlose Cybercrime-Hotline, weitere Infos gibt’s hier

Einen guten Überblick bietet auch it-safe mit dem Schwerpunkt “Coronavirus – Achten Sie gerade jetzt auf Cybersicherheit!”

Das Beratungsunternehmen Grant Thornton Austria hat mit dem „Cyber Security Health Check“ einen Online-Fragebogen entwickelt, der eine unentgeltliche Möglichkeit darstellt, um in wenigen Minuten eine grobe Übersicht über die aktuelle Sicherheitssituation zu bekommen. Dieser Check ist hier abrufbar

Diese Fragen sollte man sich immer stellen

Neben den klassischen Aufgaben zur Absicherung der eigenen IT Infrastruktur im Unternehmen sollte aktuell besonderer Fokus auf das Training und die Awareness von Mitarbeitern, vor allem im Umgang mit “Phishing E-Mails” und “SCAM Anrufen”, gelegt werden, wird seitens des Beratungsunternehmens PwC Österreich betont. Insbesondere E-Mails mit allgemeinen Informationen über COVID-19, Links zu Login-Formularen sowie E-Mails mit Anhängen müssen derzeit kritisch hinterfragt werden. Georg Beham, Spezialist für Informationssicherheit bei PwC Österreich, rät dazu, nachfolgenden Fragenkatalog bei Verdacht auf Phishing-E-Mails abzuhandeln:

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.