Wirtschaft

ATX: Jahresminus von 12,8 Prozent

30.12.2020 • 15:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Archiv/APA/HELMUT FOHRINGER

Letzter Handelstag: Leitindex schließt bei 2.780,44 Punkten.

Die Wiener Börse hat den letzten Handelstag des Jahres am Mittwoch zwar mit einem Plus beendet, auf Jahressicht liegt die Börse vor dem Hintergrund der Corona-Krise aber klar im Minus. Der heimische Leitindex ATX stieg am Mittwoch in einer verkürzten Börsensitzung um geringe 0,08 Prozent auf 2.780,44 Zähler. Der breiter gefasste ATX-Prime gewann ebenfalls 0,08 Prozent auf 1.412,91 Punkte.

Auf Jahressicht gab der ATX allerdings deutlich nach: Gegenüber Ultimo 2019 verlor das Aktienbarometer 12,76 Prozent. Beim ATX-Prime belief sich der Abschlag auf 12,11 Prozent.

Verantwortlich für die starken Verluste in diesem Börsenjahr machen Händler und Marktbeobachter einstimmig die Coronavirus-Pandemie, die seit Anfang März weltweit für Verwerfungen an den Aktienmärkten gesorgt hatte. Anders als in New York oder Tokio konnten sich die Indizes hierzulande auf Jahressicht allerdings nicht wieder in die Gewinnzone zurückarbeiten.

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Gewinner und Verlierer

Auf Jahressicht haben die Anteilsscheine des Schutzhandschuhherstellers Semperit über 118 Prozent zugelegt und waren im Krisenjahr 2020 die mit Abstand größten Gewinner im prime market. Dahinter reihten sich die Papiere des Verbund, die eine Steigerung auf Jahresfrist von 56,12 Prozent verbuchten.

Die größten Kursverlierer des Jahres im prime market waren dagegen Kapsch TrafficCom, die um 54,36 Prozent nachgaben. Addiko verloren 39,24 Prozent und die beiden Titel der Ölindustrie, OMV und Schoeller-Bleckmann, 34,11 bzw. 38,17 Prozent.

Die beiden Bankenschwergewichte Erste Group und Raiffeisen verbuchten zum Ultimo ebenfalls klare Abgaben. Sie verloren jeweils rund 25 Prozent an Kurswert.

DAX beendet Börsenjahr mit Plus von 3,5 Prozent

Auch der deutsche DAX hat am Ende eines turbulenten Börsenjahres leicht nachgegeben. Der deutsche Leitindex schloss am Mittwoch in einem ruhigen Geschäft 0,31 Prozent tiefer bei 13.718,78 Punkten, nachdem er bereits am Vortag nach einem Rekord ein wenig geschwächelt hatte. Auch in Frankfurt wurde verkürzt bis 14 Uhr gehandelt.

Gemessen am Schlussstand Ende 2019 von 13.249,01 Punkten verbuchte der DAX trotz des zwischenzeitlichen Corona-Crashs noch ein Jahresplus von 3,5 Prozent. Die Indizes der zweiten Börsenreihe haben sich in diesem Zeitraum noch besser geschlagen: Der MDAX der mittelgroßen Werte schaffte einen Anstieg von 8,8 Prozent und bei dem Nebenwerteindex SDAX steht gar ein Gewinn von 18 Prozent zu Buche.

Den letzten Schub zum Rekord gaben dem DAX nach Weihnachten der Brexit-Deal und das US-Konjunkturpaket. Zudem wird der deutsche Leitindex seit längerem von der Hoffnung auf sichere und effektive Impfstoffe gegen das Corona-Virus gestützt. Mittlerweile haben die Impfungen in vielen Ländern begonnen. Am Dienstag durfte der DAX schon in Richtung der 14.000 Punkte schielen, dann aber bekamen die Anleger kalte Füße. Mit einem Rekord von 13.903 Punkten sind sie für das neue Börsenjahr eine Hypothek eingegangen, da eine erhoffte Erholung von der Virus-Krise schon vorweg genommen wird. “Dreh- und Angelpunkt bleibt die grassierende Coronavirus-Pandemie dies- und jenseits des Atlantiks”, sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

2020 war der Begriff “Corona-Pandemie” auch an der Börse das Wort des Jahres, denn der Corona-Crash von Ende Februar bis Mitte März hat schon jetzt einen festen Platz in der Historie des deutschen Leitindex. Das böse Erwachen kam ausgerechnet am Rosenmontag, dem 24. Februar. Statt ausgelassener Karnevalsfreude herrschte an der Börse auf einmal Alarmstimmung: Die rasche Ausbreitung des Virus in Ländern außerhalb Chinas riss den DAX in die Tiefe. Die steile Talfahrt endete erst gut drei Wochen später, am 16. März, bei 8.255 Punkten. Erst massive Geldspritzen der Notenbanken und Regierungen für die unter Lockdowns darbende Wirtschaft brachten eine außergewöhnlich schnelle Wende.

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