Wirtschaft

WhatsApp: Daten an Facebook weitergeben

07.01.2021 • 15:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Facebook verstärkt die Verzahnung mit WhatsApp
Facebook verstärkt die Verzahnung mit WhatsApp AFP

WhatsApp zwingt Nutzer nun, Daten an die Mutter Facebook weiterzugeben.

Facebook macht Ernst mit der weiteren Verzahnung seiner unterschiedlichen Angebote. Die rund zwei Milliarden Nutzer des Facebook-Nachrichtendienstes WhatsApp bekommen derzeit die Aufforderung die neuen Datenschutzbestimmungen zu akzeptieren. Unter anderem müssen Nutzer nun zustimmen, dass Facebook die Chats speichern und verwalten darf. Die neuen Bestimmungen gelten ab 8. Februar.

Bisher konnte man das noch ablehnen. Diese Möglichkeit wurde nun entfernt. In der Nachricht wird auf die einzige Alternative verwiesen: Im Hilfebereich könne man den Account löschen. Natürlich sind dann auch alle Chats, Bilder und Videos weg.

WhatsApp: Daten an Facebook weitergeben
Sonstiges

Kritik an Monopol-Stellung

In den USA stößt das Monopol-artige Vorgehen von Facebook auf immer mehr Widerstand. So läuft inzwischen ein Kartellverfahren gegen den Konzern, angestrebt von 48 Bundesstaaten und der Regierung in Washington. Am Ende könnte die Zerschlagung drohen.

Um Nutzer künftig vor solchen Zwangsumstellungen besser zu schützen, hat die EU-Kommission im Dezember ein neues Gesetzespaket vorgestellt. Der “Digital Service Act” soll Nutzern die Möglichkeit geben, zwischen unterschiedlichen Anbietern zu wählen, ohne dabei Daten zu verlieren. Bei Verstößen drohen drakonische Strafen.

Wäre diese Bestimmung schon in Kraft, könnten WhatsApp-Nutzer nun zu Alternativen wie Signal oder Telegramm wechseln und alle Chats, Bilder und Videos mitnehmen. Allerdings müssen noch die EU-Staaten und das EU-Parlament zustimmen, bevor diese Regelung in Kraft tritt.

Die Alternativen

Derzeit haben Nutzer von WhatsApp daher nur eine Alternative. Entweder sie akzeptieren oder sie löschen ihren Account. Inzwischen gibt es auch eine Reihe von guten Alternativen.

Alternativen zu WhatsApp

Signal ist der Nachfolger von RedPhone und TextSecure. Betrieben wird der Messanger von der Signal-Foundation, einer Non-Profit-Organisation. Von Beginn setzt Signal auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. In der Handhabung ähnelt Signa WhatsApp stark.

Telegram wurde bereits 2013 von den Gründern des russischen Facebook-Klons VKontakte gegründet. Die App ist eine Mischung aus Messanger und Newsgroup und verspricht totale Anonymität. Das lockt auch zahlreiche Verschwörungstheoretiker.

Threema wurde 2012 gegründet und setzt von Beginn an auf höchste Datensicherheit. Deshalb sind die Server auch in der Schweiz angesiedelt. Rund 3000 Unternehmen nutzten die App inzwischen für interne Kommunikation.

Daneben gibt es eine Vielzahl kleinerer Apps. Eine Übersicht über Vor- und Nachteile bietet der Blog des Datenschützers Mike Kuketz.

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