Wirtschaft

Manager verdient mehr als Landeshauptmann

09.02.2021 • 13:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Manager verdient mehr als Landeshauptmann

Neben „Luxus-Spesen“ auch Kritik an üppigem Gehalt für Ex-Landesmanager.

Der vorläufige Rechnungshofbericht zu ausgegliederten Gesellschaften des Landes hatte bereits Konsequenzen: Der frühere Chef der Land Kärnten Beteiligungen GmbH (LKBG) wurde von seinem neuen Arbeitgeber, der Kärntner Beteiligungsverwaltung (KBV), vor die Tür gesetzt – „weil sich die Vorwürfe bestätigt haben“, so Landesrat Martin Gruber (ÖVP).

Die Prüfer kritisierten neben den „Luxus-Spesen“ die Entlohnung des seit eines Arbeitsgerichtsprozesses 2013 unkündbaren Geschäftsführers. Das Gehalt befand sich im Spitzenfeld der Landesgesellschaften; weiters erhielt der Ex-Geschäftsführer „Prämien, Funktionsentschädigungen, Sitzungsgelder und Beiträge für eine Zusatzpension“ – 2018 betrugen diese rund elf Prozent des Bruttobezugs.

Höher als das Gehalt des Landeshauptmannes

Transparent geregelt war die Höhe der Pensionsbeiträge nicht. „Unter deren Berücksichtigung lag der Aufwand sogar über dem Gehalt des Kärntner Landeshauptmannes“, heißt es trocken. Die Mehrleistungszulage wurde gleich 14 Mal im Jahr gewährt.

Auch Kritik am Lakeside Park

Neben der LKBG nahm der Landesrechnungshof auch die Klagenfurter Lakeside Science & Technology Park GmbH unter die Lupe. Auch hier fand er einiges auszusetzen. Allerdings wenig am Aufwand für Noch-Geschäftsführer Hans Schönegger. Der damalige KBV-Vorstand und Babeg-Chef kostete im Prüfzeitraum 2015 bis 2019 nur 9595 Euro Sachaufwand.

Dafür kritisierten die Prüfer, dass bei Rechtsberatungsleistungen Vergabedokumentationen und Vergleichsangebote fehlten. Bei einer Stichprobe wurden sogar E-Mail-Spesen verrechnet – das sei „unüblich“.

Lakeside Park - Mag. Hans Schoenegger General Management Klagenfurt Oktober 2015
Lakeside SpitzKleine Zeitung

Das Veranstaltungszentrum Lakeside Spitz war 2018 und 2019 nur zu je rund 27 Prozent ausgelastet und daher „zu großzügig dimensioniert“.

Kritisch sieht der Rechnungshof auch, dass die Leitung von Lakeside und High Tech Campus Villach GmbH neu besetzt wurde – die Prüfer empfahlen dem Land, die Geschäftsführung dem Chef der Babeg zu übertragen. 2019 versenkte die Lakeside Park GmbH 6020 Euro. Sie wollte „For Forest“-Bäume pflanzen und leistete sich eine Naturverträglichkeitserklärung, die Baum-Verpflanzung scheiterte. Eine neue Website kostete 85.500 Euro.

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