Wirtschaft

3,55 Prozent mehr Lohn für Metaller

07.11.2021 • 13:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rainer Wimmer (l.), Bundesvorsitzender der PRO-GE, und Johannes Collini, Geschäftsführer Fachverband Metalltechnische Indsutrie
Rainer Wimmer (l.), Bundesvorsitzender der PRO-GE, und Johannes Collini, Geschäftsführer Fachverband Metalltechnische Indsutrie APA/Franz Neumayr

Nach Verhandlungsmarathon konnte eine Einigung erzielt werden.

Die fünfte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) brachte in der Nacht eine Einigung. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, in einer Aussendung: „Wir konnten heute schlussendlich einen Abschluss für unsere 134.000 Beschäftigten erzielen. Gerade in diesen unsicheren Zeiten sind Stabilität und Planbarkeit für Beschäftige und Unternehmen gleichermaßen wichtig. Die vereinbarten Lohn- und Gehaltserhöhungen bedeuten einen deutlichen Reallohngewinn für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das ist auch eine faire Anerkennung für das schwierige letzte Jahr.“

„Die kräftigen Lohn- und Gehaltserhöhungen sind vor allem ein Erfolg der Beschäftigten. Der starke Druck aus den Betrieben mit den Betriebsversammlungen und Warnstreiks hat auf Arbeitgeberseite für Bewegung gesorgt. Nur so war es möglich, ein sehr, sehr gutes Gesamtpaket inklusive kräftigen Steigerungen bei Schichtzulagen und Lehrlingseinkommen zu schnüren“, sagen indes die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA).

“Fair bedeutet aber auch, dass der Abschluss für die Branche machbar sein muss. Dieses Ergebnis ist für viele Betriebe an der Schmerzgrenze, denn wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit der Branche besonders im Auge behalten”, sagt Knill, der auch betont: „Der Abschluss ist am oberen Limit, die vielen Drohgebärden der Gewerkschaften in den letzten Wochen waren allerdings entbehrlich.“

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Der für 134.000 Beschäftigte geltende Abschluss liegt damit über der aktuellen Inflationsrate von 3,2 Prozent, was den Arbeitnehmern wichtig war. Die Arbeitgeber hatten hingegen mit der rückwirkenden Inflationsrate von 1,89 Prozent argumentiert, die in Kollektivvertragsverhandlungen üblicherweise herangezogen wird. Entsprechend boten sie zuletzt 2,75 Prozent, während die Arbeitnehmer 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert hatten.

Die Eckdaten des KV-Abschlusses 2021 im Überblick

Signalwirkung für andere Branchen

Traditionell haben die Metaller-KV-Verhandlungen Signalwirkung für andere Branchen, weswegen sie von den Gewerkschaften besonders engagiert geführt werden. Bei einem Scheitern der fünften Runde hätten kommende Woche Streiks begonnen.

Der Durchbruch hatte sich bereits im Laufe des Tages abgezeichnet. Schon die Wahl des Verhandlungsortes außerhalb Wiens hatte darauf schließen lassen, dass beiden Seiten an einer Einigung in klausurähnlicher Atmosphäre gelegen ist. Üblicherweise wird in Wien in der Wirtschaftskammer verhandelt, zu dem Feilschen reisen auch mehrere Dutzend Betriebsräte aus ganz Österreich an. Zur fünften Runde trafen sich die Sozialpartner kurz nach Mittag in einer Gaststätte in der Nähe des Wallersee in Eugendorf. Am frühen Abend gab es eine Stärkung für die Nachtschicht, die dann aber nicht ganz so lang dauerte.

METALLER-KV: FORTSETZUNG DER VERHANDLUNGEN METALLTECHNISCHE INDUSTRIE
METALLER-KV: FORTSETZUNG DER VERHANDLUNGEN METALLTECHNISCHE INDUSTRIEAPA

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