Wirtschaft

Schweiz trägt Russland-Sanktionen mit

28.02.2022 • 14:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Schweiz und Russland sind wirtschaftlich eng verwoben
Die Schweiz und Russland sind wirtschaftlich eng verwoben luzitanija – stock.adobe.com

Die Schweiz ist ein besonders wichtiger Finanzplatz für Russland.

In der EU bestand lange die Sorge, dass die Schweiz sich den westlichen Finanzsanktionen gegen Russland nicht vollständig anschließt und damit zu einem Ausweichquartier für russisches Geld wird. Der Kurs der Schweiz der vergangenen Tage und Wochen sorge deswegen für große Frustration, sagte ein EU-Diplomat am Montag in Brüssel. Es sei völlig unverständlich, wie man sich auf seine Neutralität berufen könne, wenn es um die Ahndung von Völkerrechtsbrüchen gehe.

Jetzt aber vollzieht die Schweiz eine Wende. Wie erste Medien berichten, wolle das Land fortan die Sanktionen mittragen.

Bundespräsident bringt Kurswechsel ins Spiel

Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis hatte am Sonntag bereits früh ein mögliches Einfrieren russischen Kapitals ins Gespräch gebracht. Zugleich machte er aber deutlich, dass eine endgültige Entscheidung über ein Einfrieren des Kapitals auf jeden Fall die Schweizer Neutralität berücksichtigen werde.

Kurz zuvor hatte Cassis noch unter Verweis auf die Neutralität seines Landes gesagt, die Schweiz werde ungeachtet des von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Einmarsches in die Ukraine keine Sanktionen verhängen. Das Land ist ein besonders wichtiger Finanzplatz für Russen. Nach Zahlen der Nationalbank lagen im vergangenen Jahr auf Schweizer Konten russische Vermögenswerte im Wert von rund 15 Milliarden Franken (14,5 Milliarden Euro). Jedes Jahr sollen weitere Milliardenbeträge in die Schweiz fließen. Oligarchen wie der Putin-Vertraute Gennadi Timtschenko leben dort.

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