Wirtschaft

Schlechteste Zahlen seit 44 Jahren: Automarkt weiter unter Druck

12.07.2022 • 13:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das lange Warten auf neue Autos . . .
Das lange Warten auf neue Autos . . . (c) Wellnhofer Designs – stock.adobe.com

Automarkt erodiert weiter: Ein Fünftel weniger Pkw-Zulassungen durch Lieferprobleme, außerdem drücken Inflation und drohende Rezession auf die Kaufstimmung. Besserung frühestens Herbst 2022.

Seit 44 Jahren hat die Autobranche in Österreich nicht so schlechte Zahlen präsentiert: Ein Fünftel weniger Pkw-Neuzulassungen, 29 Prozent weniger Neuwagen mit Dieselantrieb – und die Lieferprobleme schlagen voll durch und sind mitverantwortlich für neue Tiefstwerte der Branche.

Die Wartezeiten auf Neuwagen steigen stetig an, teils auf bis zu ein Jahr. Die Branche hat noch keine Auswege aus dem Dilemma (Chip-, Rohstoff- und Batteriemangel) gefunden. Im Gegenteil. Mit einer Besserung wird frühestens im Herbst bzw. Ende des Jahres gerechnet.

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Österreich ist auch deshalb in den Keller gefallen. Von Jänner bis Juni wurden 108.606 Pkw neu zugelassen, um fast ein Fünftel weniger als im ersten Halbjahr 2021. Die Branche stöhnt auch unter dem Druck der Lockdowns in China, der Inflation und einer drohenden Rezession dazu. Den Käufern könnte die Lust am Autokauf abhandenkommen.

Die Zahlen im Detail

Im Vergleich zum – durch Covid-19 geprägten – ersten Halbjahr 2020 sind die Pkw-Neuzulassungen in Österreich nochmals um 3,7 Prozent zurückgegangen (im Vergleich zu 2019 minus 38,3 Prozent). Den stärksten Einbruch gab es bei Neuwagen mit Dieselantrieb (minus 29 Prozent). Bei Benzinern betrug der Rückgang etwa 21 Prozent.

Die Neuzulassungen von Hybridautos mit Benzin brachen um elf Prozent ein. Auch bei reinen Elektroautos sieht man einen Rückgang um 5,6 Prozent. Reine Elektroautos wurden insbesondere von juristischen Personen, Firmen und Gebietskörperschaften zugelassen, weniger von Privatpersonen. Unter den zehn wichtigsten Pkw-Marken blieb VW mit einem Anteil von 14,0 Prozent Marktführer.

Einziger Gewinner der Bilanz sind Wohnmobile-Verkäufe, hier verzeichnete man ein Plus von fast 20 Prozent.

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