Wirtschaft

E-Autos: Kostenrechner soll künftig helfen

22.11.2022 • 21:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Elektroauto-Stromtankstelle
Elektroauto-Stromtankstelle (c) APA/Hannes P Albert (Hannes P Albert)

30.000 zusätzliche Ladesäulen braucht Österreich bis 2030, sagt die Bundeswettbewerbsbehörde.

Besitzern von E-Autos wird schon bald die Entscheidung erleichtert, mit welchem Stromanbieter zum Laden sie in ihrer Region am besten fahren. Die E-Control, die ja auch den Spritpreisrechner betreibt, entwickelt gerade einen eigenen Tarifkalkulator für E-Tankstellen, der alle verfügbaren Angebote im Ladestellennetz vergleichbar macht. Der Start ist für das erste Quartal 2023 geplant.

13.441 Ladesäulen stehen in Österreich bereits. Den Wagen irgendwo anzustecken, kann allerdings teuer werden, denn oft sind die Preise nicht pro Kilowattstunde ersichtlich. An anderen Säulen bestimmt die Parkdauer den Preis und auch das Bezahlen mit der Bankomatkarte funktioniert gerade einmal bei etwas mehr als der Hälfte der Ladepunkte. Mehr Transparenz und diskriminierungsfreier Zugang zu allen Ladesäulen sind deshalb zentrale Forderungen der Bundeswettbewerbsbehörde BWB und der E-Control, die den jungen Markt ein Jahr lang intensiv unter die Lupe genommen und am Dienstag die Ergebnisse der Branchenuntersuchung präsentiert haben. Die BWB empfiehlt jetzt ein Tarif- und Preismonitoring sowie standardisierte Abrechnungen.

Zwei Drittel laden das Auto zu Hause auf

Derzeit laden zwei Drittel ihr E-Auto zu Hause wieder auf. Die Zahl jener, die vom öffentlichen Netz abhängig sind, wird aber stark zunehmen. Bis 2030 braucht Österreich weitere 30.000 Ladesäulen, um die Versorgung bei steigender E-Auto-Dichte sicherzustellen, sagt Natalie Harsdorf-Borsch, Interims-Leiterin der BWB.

BWB und E-Control wollen mit Unterstützung des ÖAMTC schon im jetzigen, noch jungen Marktstadium den anfänglichen Fehlentwicklungen entgegensteuern. So dominieren in den Bundesländern derzeit meistens die Landesenergieversorger das Angebot. Vor allem am Land drängt die BWB auf mehr Vielfalt. Die Landesversorger könnten etwa über die Landesgrenzen hinaus expandieren und so für mehr Konkurrenz sorgen.

Noch viel Intransparenz

260 Anbieter gibt es in Österreich schon, weitere große wie die ÖBB sind bald zu erwarten. Ziel der EU ist, dass auf jede Ladesäule zehn Nutzer kommen und auch Roaming kein Problem ist. Roaminggebühren sind beim Laden an einer “fremden” Ladesäule fällig, auch hier herrscht noch viel Intransparenz.

Fruchten die Empfehlungen nicht, hat die BWB eine Palette von Maßnahmen im Köcher. Man könne die Ladeinfrastruktur auch grundsätzlich für alle Anbieter öffnen.

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