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Vom Mistbeet zum Traumgarten

„Man muss etwas spüren, wenn man einen Garten betritt“, ist das Credo von Andrea Urbanek aus Leoben. Sie und ihr Mann haben sich in mehr als zwei Jahrzehnten auf 2200 Quadratmetern ihr Wohlfühlparadies geschaffen. Von Helena Wallner

Vor der Villa Kunterbunt, dem möblierten Pflanzenraum oberhalb der Anlage, bringt sich eine kleine, feine Pelargonien-Sammlung in Stellung. Nicht die einzige Sammlung, auch eine sehenswerte Hosta-Auswahl hat sich quer durch den Garten ihren Platz erobert. Minifunkien sind überhaupt eine große Leidenschaft der Gartlerin, eine Goldmedaillenträgerin unter ihnen hat sie von einer Gartenreise aus England mitgebracht.

Ramblerrosen umschlingen Bäume, Mohn gefällt sich als Kombination zu Säuleneiben, allerorten prächtige Schattenspender, ob Solitärbäume oder frei wachsende Ligusterhecken. Kurzum, hier ist begeistertes Gestalten spürbar.

Ein Blick zurück: Ein Familiengarten direkt vor dem Vier-Generationen-Haus sollte es werden, der auch viel Platz für die Töchter bot. So lautete der Auftrag, den sich das Ehepaar Urbanek von der Sonnenstraße vor 22 Jahren selbst erteilte.

Sozusagen die Urzelle bildete der Platz rund um drei alte Obstbäume und ein Gemüsegarten garniert mit Mistbeeten. Was die Sache nicht vereinfachte: Das gesamte Areal glänzte durch Hanglage.

„Wir haben die Gartenzimmer wie bei einem Haus geplant und im Laufe der Zeit ausgebaut und eines an das andere gefügt“, erzählt die Leobnerin. Das setzte allerdings umfassende Terrassierungen voraus.

Über die Jahre folgten ein Naturteich, eine Arbeitszone rund um das in englischem Grün gehaltene Gerätehaus, ein Waldgarten, die Hochbeete, deren erstes Modell hier schon vor 18 Jahren Einzug hielt, ein Grillplatz und – nicht zu vergessen – ein Beerengarten.

Im letzten Gartenzimmer ist der von Granitschichtung umgebene Grill- und Essplatz angesiedelt. Dahinter türmte sich eine Schutthalde auf, jetzt rittern dort Wildrosen in eingelassenen Eisenwannen um die Gunst der Betrachter. Der Rundgang führt zum verwunschenen Eck, in seinem Schatten präsentieren sich Insektenhotels, fromme Sprüche und ein Vogelhaus de luxe.

Die Töchter sind mittlerweile erwachsen, der Rutschenplatz ist einem wunderbaren grünen Refugium gewichen, dessen Schatten das Gartlerehepaar für Mußestunden zu nutzen weiß. Und aus dem Kinderhaus ist ein Badehäuschen geworden, das den Einfluss britischer Gartenlust gar nicht verbergen will.

Spätestens bei der Pergola, die auf zwei alten Nussbaumstämmen aufgesetzt ist, wird deutlich, dass im Urbanek-Garten alles auf Kreislauf ausgerichtet ist: Eine florierende Kompostwirtschaft zeugt ebenso davon wie der Einsatz alter Baustoffe. Und alles Marke Eigenbau, wohlgemerkt! „Wir haben mehr Ideen als Platz“, bedauert die „hauptberufliche Familienmanagerin“ und lässt den Blick vom Kiesstrand am Naturteich über ihr grünes Reich, den Aquilea Garten, schweifen.

Da Akeleien die Liebkinder der gelernten Biologin sind, sollte der Gartennamen einen Hinweis geben. Akelei selbst klang den Leobnern zu einfach, auch die lateinische Bezeichnung des Hahnenfußgewächses, Aquilegia, erschien nicht perfekt, und so kam man auf Aquilea. Das lässt phonetisch an die Ausgrabungen der römischen Stadt denken.

„Wir fanden, bei uns wird auch viel gegraben, darum passt der Name“, lacht die Gartlerin und Königspudeldame Emmi macht zur Bestätigung einen Luftsprung.

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