1,2 Mio. Euro Schaden durch Betrug mit Installateursfirmen
Durch Betrügereien im Zusammenhang mit mehreren Installationstechnikunternehmen hat die Wiener Polizei vier Tatverdächtige und eine Gesamtschadenssumme von rund 1,2 Millionen Euro ermittelt. Die teils miteinander verwandten Beschuldigten sollen unter anderem nach Insolvenzen größere Geldbeträge verschoben haben. Zudem wurden bei Wartungen von Thermen und Gasheizungen nicht notwendige Reparaturen und der Austausch von Geräten veranlasst. Weitere Opfer werden gesucht.
Derzeit sind mehr als 30 geschädigte Gläubiger sowie mehrere Opfer des Betrugs bei den Gerätewartungen bekannt, berichtete Polizeisprecher Philipp Haßlinger am Montag. Zumindest bei Letzteren werde noch von einer Dunkelziffer ausgegangen. Weitere mögliche Geschädigte sollen sich mit dem Landeskriminalamt Wien unter 01-31310-33800 in Verbindung setzen. Die Firmen mit Unternehmenssitz in Wien waren auch in Niederösterreich und im Burgenland aktiv, hieß es auf APA-Nachfrage.
Vorwürfe bis 2022 zurück
Den Betrügern sind die Wirtschaftskriminalitätsermittler des Landeskriminalamts Wien, Gruppe Rottenschlager, in intensiven Ermittlungen auf die Spur gekommen. Die vier Tatverdächtigen sollen seit 2022 illegal Vermögenswerte beiseitegeschafft und dadurch Gläubiger in Insolvenzverfahren geschädigt haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatten sie größere Geldbeträge behoben, ins In- und Ausland im Raum Serbien und Montenegro überwiesen “oder keinem nachvollziehbaren unternehmerischen Zweck zugeführt”, erläuterte Haßlinger.
Nach den Insolvenzen einzelner Unternehmen sollen jeweils neue Firmen gegründet und Vermögensbestandteile, darunter Fahrzeuge, verschoben worden sein. Vier Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 93.000 Euro wurden sichergestellt. In einem Insolvenzverfahren besteht der Verdacht, dass bis Mai 2026 zumindest 650.000 Euro durch Barbehebungen und Auslandsüberweisungen beiseitegeschafft wurden.
Festnahme und Anzeigen
Aufgrund der Ermittlungsergebnisse wurden von der Staatsanwaltschaft Wien eine Festnahmeanordnung sowie Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen angeordnet. Da der Hauptverdächtige, ein 31-Jähriger mit österreichischer Staatsbürgerschaft, an seiner Adresse offenbar nur zum Schein gemeldet war, wurde dessen tatsächlicher Aufenthaltsort durch akribische Ermittlungen ausgeforscht, betonte Haßlinger. Am vergangenen Freitag wurde er gefasst und zwei Hausdurchsuchungen in Wien durchgeführt. Der 31-Jährige verweigerte die Aussage und wurde in eine Justizanstalt eingeliefert.
Die anderen drei Verdächtigen – ebenfalls österreichische Staatsbürger und wie der Hauptbeschuldigte in Wien wohnend – wurden auf freiem Fuß angezeigt. Weitere Ermittlungen laufen.