WM-Tore 17 und 18 – Messi stellt neuen Rekord auf

Superstar Lionel Messi hat seiner beeindruckenden Karriere einen neuen Torrekord bei Fußball-Weltmeisterschaften hinzugefügt. Der Argentinier erzielte am Montag beide Tore beim 2:0-Sieg gegen Österreich seine Tore Nummer 17 und 18 bei WM-Endrunden und setzte sich vom Deutschen Miroslav Klose (16) ab. Zwei Tage vor seinem 39. Geburtstag traf Messi in Dallas in der 38. und 95. Minute, nachdem er in der 9. Minute einen Elfmeter vergeben hatte.
Der achtfache Weltfußballer gab am 16. Juni 2006 bei der WM in Deutschland gegen Serbien-Montenegro als 18-Jähriger sein WM-Debüt und traf in der 88. Minute zum 6:0-Endstand. In Nordamerika absolviert Messi seine sechste WM-Endrunde. Zum Auftakt hatte er Argentinien mit drei Treffern zu einem 3:0 gegen Algerien geschossen, auch im zweiten Match war er der einzige Torschütze des Titelverteidigers. Mit fünf Treffern bei diesem Turnier liegt der Weltmeister von 2022 an der Spitze der Torschützenliste.
Der Beste schlug zu
“Sie haben den Besten, den es jemals gegeben hat, in ihren Reihen”, hatte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick vor dem Spiel gemeint. Messi bestätigte sein Ausnahmekönnen gegen Österreich eindrucksvoll. Einen Elfmeter vergab er (9.), David Alaba konnte gerade noch rechtzeitig vor dem Superstar eingreifen (19.) und rettete für den bereits geschlagenen Torhüter Alexander Schlager (32.). In der 38. Minute bewies Messi aber seine Abschlussqualität und ließ Schlager keine Chance. In der Nachspielzeit traf er trotz viel Verkehr vor dem Tor zum Endstand.
Messi schrieb damit auf den Tag genau 40 Jahre nach seinem Landsmann Diego Maradona Geschichte. Maradona, der so wie Messi immer wieder bei der Frage nach dem besten Spieler der Geschichte genannt wird, hatte Argentinien auf dem Weg zum WM-Titel im Viertelfinale in Mexiko-Stadt gegen England mit zwei legendären Toren zu einem 2:1-Sieg geführt. In der 51. Minute traf er mit der “Hand Gottes”, in der 55. Minute nach einem Solo mit einem Tor, das als schönstes der WM-Geschichte gilt.
Messi war nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft 2016 als Folge der Finalniederlage bei der Copa America gegen Chile zurückgekehrt und hatte die Albiceleste 2022 zum WM-Triumph geführt. Vor dem Turnier in Nordamerika stand hinter seinem Einsatz ein Fragezeichen, nachdem er sich am 24. Mai im Meisterschaftsspiel seines Clubs Inter Miami eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Messi wurde rechtzeitig fit, macht privat aktuell aber keine einfache Zeit durch. Messis Vater Jorge hat große gesundheitliche Probleme, in einer Sendung des argentinischen Streamingdienstes Luzu TV war der 68-Jährige sogar schon fälschlicherweise für tot erklärt worden.
Klose hatte neuen Rekord erwartet
Klose hatte sich schon vor Turnierstart quasi damit abgefunden, die Bestmarke zu verlieren. “Ich rechne damit, dass mein Rekord in diesem Turnier fällt”, hatte der heutige Trainer des Zweitligisten 1. FC Nürnberg und ehemalige Altach-Coach der “Süddeutschen Zeitung” gesagt. Am Montag gratulierte er im Gespräch mit der Zeitung. “Ich habe doch immer gesagt, der Messi ist kein Schlechter”, sagte Klose scherzhaft. “Lionel Messi ist für mich der beste Fußballer aller Zeiten! Glückwunsch, Champion!”
Gefahr droht Messis Rekord aber noch von Kylian Mbappé. Der Franzose hielt nach dem Doppelpack zum Auftakt gegen Senegal (3:1) bei auf 14 WM-Toren. Mbappé ist elf Jahre jünger und hat wohl mindestens noch ein weiteres Turnier vor sich, während Messi seine sechste und letzte Weltmeisterschaft spielt.
Mit seinem Treffer gegen Österreich stellte Messi einen anderen Rekord ein. Er traf in sechs aufeinanderfolgenden WM-Spielen, was laut FIFA zuvor nur dem Franzosen Just Fontaine und dem Brasilianer Jairzinho gelungen war.