18 Tote bei russischem Luftangriff auf ukrainisches Dorf

Bei einem russischen Luftangriff in dem ukrainischen Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja sind nach Regierungsangaben mindestens 18 Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Russische Streitkräfte hätten zunächst Fliegerbomben auf eine Schule in dem Dorf Komyschuwacha abgeworfen, die zur Verteilung humanitärer Hilfe genutzt worden sei, schrieb der ukrainische Präsident Selenskyj auf Telegram. 27 Personen gelten laut örtlichen Behörden als vermisst.
Nach dem ersten Luftangriff habe es einen zweiten Angriff mit neun weiteren Bomben direkt auf den Schutzraum gegeben, in dem sich Menschen versammelt hätten. Die russische Seite habe wissen müssen, dass dort wöchentlich Hilfe an die Bewohner ausgegeben werde. Nach der humanitären Aktion von Oleschky in der Vorwoche habe es laut Selenskyj einen Moment gegeben, nach dem die nächsten Schritte einen möglichen Frieden hätten zeigen können. “Mit diesen Morden hat Russland ein absolut gegensätzliches Signal gegeben – Russland zählt auf weitere Morde”, schrieb der Staatschef. Er forderte eine weltweite “starke und harte” Reaktion.
Zuvor hatte das russische Militär nach eigenen Angaben eine militärische Einrichtung in der ukrainischen Region Odessa angegriffen. Zudem sei ein für militärische Zwecke genutztes Frachtschiff getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das Schiff habe sich 58 Kilometer südlich der Hafenstadt am Schwarzen Meer befunden. Unabhängig davon erklärte ein Behördenvertreter in Odessa ebenfalls auf Telegram, bei einem russischen Angriff seien vier Menschen verletzt worden.
Region Saporischschja regelmäßig Ziel von Gleitbombenangriffen
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion. Die frontnahe Region Saporischschja ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer vor allem Luftangriffe. Bei einem Angriff auf die Großstadt Saporischschja Mitte Oktober wurden 23 Menschen getötet, darunter vier Minderjährige. Selenskyj erhob danach Vorwürfe gegen Moskau.
Angriffe mit ballistischen Raketen, Drohnen und Gleitbomben galten auch immer wieder Lagergebäuden in der Region. Gleitbomben spielen dabei eine große Rolle. Sie werden von russischen Kampfflugzeugen aus großer Höhe und sicherer Entfernung zur ukrainischen Flugabwehr abgeworfen und gleiten dann per Satellitennavigation ins Ziel.