24 Tote bei Überschwemmungen in Ecuadors Hauptstadt Quito

02.02.2022 • 09:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bei den schwersten Überschwemmungen seit zwei Jahrzehnten sind in Ecuadors Hauptstadt Quito mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Menschen würden noch vermisst, 48 seien verletzt, teilten die Behörden am Dienstagabend mit. Nach Angaben von Bürgermeister Santiago Guarderas fielen allein am Montag 75 Liter Regen pro Quadratmeter. Eine mächtige Flutwelle traf unter anderem einen Sportplatz mitten während eines Volleyball-Trainings.

Die Überschwemmungen begannen am Montag an den Hängen des Vulkans Pichincha, der Ecuadors Hauptstadt überragt. Aufnahmen örtlicher Medien zeigten, wie die schlammigen Wassermassen die Straßen Quitos erreichen, während Retter den Einwohnern helfen, sich in Sicherheit zu bringen. Autos wurden von Geröll und Schlamm verschlungen, Häuser überschwemmt. Auch die Stromversorgung brach zusammen.

Laut Bürgermeister Guarderas brachte der sintflutartige Regen ein Auffangbecken am Hang des Vulkans zum Überlaufen. Das Becken hatte zuvor laut Angaben des Bürgermeisters fast das vierfache der üblichen Wassermenge aufgenommen. Eine ein Kilometer lange Flutwelle ergoss sich daraufhin über einen Sportplatz, auf dem Volleyballspieler gerade vor den Augen von Zuschauern trainierten. Wie viele von ihnen unter den Opfern waren, blieb zunächst unklar.

Guarderas zufolge war seit 2003 nicht mehr so viel Regen gefallen wie am Montag. Soldaten wurden mobilisiert, um den Rettungskräften bei den Aufräum- und Bergungsarbeiten zu helfen. Die Behörden schlossen am Dienstag nicht aus, dass unter dem Schlamm und den Trümmern noch weitere Leichen gefunden werden könnten, während Militärs mit Hunden die Suche nach Überlebenden fortsetzten.

Ecuadors Präsident Guillermo Lasso sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auf Twitter versprach er, dass die Behörden ihre Such- und Rettungsbemühungen sowie die Aufräumarbeiten fortsetzen werden. Verletzte würden in Gesundheitszentren versorgt und psychologisch betreut.

Seit Oktober haben schwere Regenfälle 22 der 24 Provinzen des südamerikanischen Landes heimgesucht. Dabei wurden bis Sonntag laut dem Katastrophenschutz mindestens 18 Menschen getötet und 24 weitere verletzt. Wissenschafter warnen schon seit längerem, dass der Klimawandel das Risiko von Starkregen weltweit erhöht.