30 Tote bei mutmaßlich jihadistischem Angriff in Nigeria
Bei einem mutmaßlich jihadistischen Angriff während der islamischen Freitagsgebete sind in der vergangenen Woche im Nordwesten Nigerias nach Angaben örtlicher Vertreter etwa 30 Menschen getötet worden. Die Angreifer seien mit “hochentwickelten Waffen” ausgerüstet gewesen, sagte der Sekretär des Regierungsrats von Kebbe, Shamsuddeen Mai Akwai, am Montag AFP. Sie griffen demnach das Dorf Ungushi im Bundesstaat Sokoto an, “während die Gläubigen gerade beteten”.
Die Angreifer waren Mai Akwai zufolge mutmaßliche Jihadisten der Gruppe Lakurawa, die von einigen Forschern mit der Jihadistenmiliz Islamischer Staat Provinz Sahel in Verbindung gebracht wird. Diese ist hauptsächlich in Mali und im Nachbarland Niger aktiv.
Ein Bewohner der nahe gelegenen Stadt Kebbe, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, erklärte, die Angriffe hätten sich nach der Tötung von vier Soldaten in Kebbe am Freitag ereignet. Demnach wurden in Ungushi etwa 30 Menschen getötet. Ein Polizeisprecher bezifferte die Zahl der Toten auf 28.
Immer wieder Attacken krimineller Banden
Dörfer im Nordwesten und im Zentrum Nigerias werden seit Jahren von kriminellen Banden heimgesucht. Die von den Behörden als “Banditen” bezeichneten Angreifer überfallen die Dörfer, plündern die Häuser und brennen sie nieder. Dorfbewohner werden getötet oder entführt, um Lösegeld zu erpressen. Bei den Angriffen gab es schon Tausende Tote.
Im Nordosten Nigerias verbreiten zudem die Islamisten-Miliz Boko Haram und die rivalisierende Jihadistenmiliz Islamischer Staat in Westafrika (ISWAP) Angst und Schrecken. Obwohl die “Banditen” von finanziellen Interessen motiviert sind, arbeiten sie zunehmend mit Jihadisten aus dem Nordosten zusammen.