Acht Tote bei Angriff auf Trauergemeinde in Gaza gemeldet

17.07.2026 • 20:53 Uhr

Bei einem israelischen Luftangriff sind nach Angaben des von der islamistischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes acht Menschen im Gazastreifen getötet worden. Der Angriff habe sich in der Nähe eines Marktes im Zentrum des Küstenstreifens während eines “Trauerzugs” ereignet, erklärte der Zivilschutz am Freitag. Die israelische Armee teilte ihrerseits mit, sie habe eine “Terrorzelle der Terrororganisation Islamischer Jihad im Zentrum des Gazastreifens” angegriffen.

Sie kenne Vorwürfe, wonach Unbeteiligte bei dem Angriff getroffen worden seien. Der Angriff werde untersucht, erklärte Israels Armee weiter. Bei dem Vorfall in Nuseirat sind palästinensischen Gesundheitsbehörden zufolge 20 weitere Personen verletzt worden. Die Trauernden nahmen demnach an der Beerdigung einer Person teil, die bei einem früheren Angriff am selben Tag getötet wurde. Die radikal-islamische Hamas verurteilte den Angriff als “brutales Massaker”.

Der Zivilschutz und Krankenhäuser gaben unterdessen den Tod von fünf weiteren Menschen bei anderen israelischen Angriffen am Freitag bekannt.

Laufend Verstöße gegen Waffenruhe

Seit dem 10. Oktober 2025 gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße vor. Nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn der Feuerpause mehr als 1.100 Palästinenser getötet. Im gleichen Zeitraum wurden nach Militärangaben fünf israelische Soldaten und ein für das Verteidigungsministerium tätiger Zivilist im Gazastreifen getötet.

Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten 1.221 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive in dem Palästinensergebiet. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.