Adlerrochen-Nachwuchs im Haus des Meeres in Wien

Dem Wiener Haus des Meeres ist die Nachzucht des Gewöhnlichen Adlerrochens gelungen. Entgegen seines Namens ist die Art nämlich vom Aussterben bedroht. Die drei jungen Rochen Niklas, Bobby und Freywilla seien wohlauf und entwickeln sich prächtig, hieß es vom Tiergarten am Mittwoch. Die Tiere sind eigentlich im Ostatlantik von den Britischen Inseln bis nach Südafrika sowie im Mittelmeer beheimatet.
Typisch für den Adlerrochen ist sein langsames Wachstum. Der Knorpelfisch (Myliobatis aquila) wird erst spät geschlechtsreif und bringt auch nur wenige Nachkommen zur Welt, wie es in der Aussendung hieß. Nach der Tragzeit von etwa sieben Monaten erblicken meist nur drei bis sieben vollständig entwickelte Jungtiere das Licht der Welt. Aufgrund dieser geringen Fortpflanzungsrate sind die Tiere besonders anfällig für Bestandsrückgänge.
Fischerei gefährdet den Knorpelfisch
Die Fischerei mit schweren Grundschleppnetzen, die zum Fang von Garnelen, Muscheln und bodenlebenden Fischen eingesetzt werden, macht den Rochen besonders zu schaffen. Die Tiere geraten dabei häufig als Beifang in die Netze. Gleichzeitig werden die sandigen und schlammigen Meeresböden, dem bevorzugten Lebensraum der Rochen, durch diese Fischereimethode stark beeinträchtigt.
“Die erfolgreiche Nachzucht in menschlicher Obhut ist ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltigen Aquarienbeständen. Gleichzeitig gewinnen wir mit unseren jungen Adlerrochen nicht nur neue Botschafter für den Schutz der Meere und ihrer bedrohten Bewohner, sondern auch wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über ihre Entwicklung, Biologie und ihr Verhalten”, sagte Daniel Abed-Navandi, stellvertretender Zoodirektor und Kurator Aqua des Haus des Meeres.